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 Zwischen Berg und tiefem Tal

- eine kleine Ortsbeschreibung - 

Nur wenige Kilometer nord-westlich von Mühlhausen, am Rande des Mühlhäuser Beckens und unmittelbar am Mühlhäuser Landgraben, liegt Dörna.
Die Landschaft der Gemarkung ist geprägt durch den Übergang vom Mühlhäuser Becken zur Hochfläche des Eichsfeldes.
Auf einer verhältnismäßig kurzen Strecke von der Biege, am Hopfgraben bis zum Struther Kirchberg überwindet sie einen beachtlichen Höhenunterschied von 211 Metern.

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Das Gelände wird durch drei große Haupttäler eingeschnitten, die allmählich verflachen.
Das Bollroder Dorftal und der obere und untere Teil des Tiefentals sind schluchtenartig, während das Umfeld des Eichelsbaches bzw. des Hopfgrabens sanfter ansteigt. Kürzere Einsenkungen, die das Gelände zusätzlich gliedern, finden sich im Tiefentaler Wald, im Ziegersgrunde und am Steinberg.  

Als Berge, die in der unmittelbaren Umgebung Dörnas liegen, gelten der Blase- berg (323 m), der Kälberberg (374,5 m), der Eigenrieder Berg (370 m) und der Struther Kirchberg (471 m).
Dörna liegt im mittleren der drei Haupttäler, das im Bollroder Dorftal beginnt und mit Einmündung in den Hopfgraben endet. Der besiedelte Ortsbereich weist einen Höhenunterschied von 32 Metern auf. 

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Nimmt man sich die Zeit und spaziert durch den Ort, so ist dies spürbar. Beim Anblick der Dorfkirche Sankt Georg, eingebunden in einen ehrwürdigen Kirchhof, dessen Einfriedung und einem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Fragment eines Torhauses, hat man die „Strapazen“ schnell wieder vergessen. Das Ensemble von Kirchberg, Anger und den dazugehörigen Straßen und Häusern entlockt zu jeder Jahreszeit ein: „Ach, wie schön“.

Auch im Inneren der Kirche lassen sich einige Kostbarkeiten entdecken. Die reiche Tonnenmalerei aus dem Jahr 1744, die den Heiligen Georg darstellt oder die 1991 teilweise freigelegte Wandmalerei, ein Fresko, wahrscheinlich aus dem 15.Jahrhundert. Auch die 1986 eingebaute Wender-Orgel, die im Nachhinein aufwendig restauriert und 2001 geweiht wurde, gehört zu den wertvollen Zeitzeugen in Dörna.
 
Jetzt lädt der das Dorf umgebende Hagen als wunderschöne Waldkulisse, zum Schlendern ein. Aus den Befestigungsarbeiten der ehemaligen keltischen Wallburg hervorgegangen, bildet er seit Jahrhunderten mit seinen alten, beeindruckenden Baumbeständen die idyllische Ergänzung des Dorfes. Der Hagen umschließt das heutige Oberdorf auf einer Länge von etwa 1,2 Kilometern und ist durchschnittlich 20 Meter breit .
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Dörna ist ein typisches Straßendorf mit rechts und links der Straße liegenden Vier-Seiten-Höfen. Viele von ihnen geben dem Dorf durch das von ihren Bewohnern liebevoll restaurierte Fachwerk einen historischen Charme. Zwei Gasthöfe am oberen und unteren Dorfende laden Einheimische, wie auch Besucher, zur Stärkung und Erholung ein.
Der Schildbach, einer der Gründe, warum Menschen sich hier ansiedelten, ist nur noch an wenigen Stellen oberirdisch zu sehen. In seinen Rohren durchfließt er unterirdisch fast das ganze Dorf. 

Und noch eine liebenswürdige Besonderheit kann Dörna vorweisen: Ohne zu ermüden und stets pünktlich schlägt zu jeder vollen Stunde die alte mechanische Turmuhr, die noch immer täglich aufgezogen werden muss. Eine Aufgabe, die von einigen Anwohnern des Kirchberges gern übernommen wird, bedeutet doch der Stundenschlag ein Stück Heimat für jeden Dörnaer.

Zeiten und Ereignisse

- fast eine Chronik -

04. 03. 1004

Ersterwähnung

Ersterwähnung der Ortschaft „Dornedhe“ in einer Urkunde des deutschen Königs und späteren Kaisers Heinrich II.

1119

Steinkirche Sankt Petri 

Bau der romanischen Steinkirche Sankt Petri auf dem heutigen Kirchhof.
Die Jahreszahl ist noch heute am ehemaligen Westwerk nachweisbar. 

um 1285 bzw.1295

Kirchhof-Torhaus

Bau des Kirchhof-Torhauses bzw. der unteren Kirchturmgeschosse. Alte Steinmetzzeichen an beiden Bauten belegen dies.

13. Jh.

Kronenmauer 

Eine Kronenmauer wird auf den Wallresten der germanischen Wallburg errichtet. Damit sind die Befestigungsarbeiten der Dörnaer Wehrkirche abgeschlossen.

1272

Johann von Ammern

Johann von Ammern schenkt dem Kloster Anrode Eichelwiese und Wald; danach Einrichtung eines Zinshofes (gen. Klosterhof oder Kloster) auf dem Gelände der ehemaligen Chasallaburg. Noch 1525 zinsen sechs Dörnaer Bauern dem Kloster Anrode.

01.07.1302

Günther und Friedrich von Salza

Die Brüder Günther und Friedrich von Salza, deren Familie seit 1209 den Salzaer Hof in Dörna besitzt, verkaufen Dörna an Mühlhäuser Bürger bzw. an den Rat der Freien Reichsstadt Mühlhausen. Kirchenpatron wird Sankt Georg.

1324

Plünderung

Dörna wird von den Herren von Hanstein geplündert und abgebrannt

14. Jh.

Gotisches Fenster

Einbau eines gotischen Fensters in die Dörnaer Kirche (Apsis). Wahrscheinlich gotische Wandmalereien von 1119 an der Nordwand der Kirche. 1991 i. T. freigelegt und provisorisch gesichert.

1391

Urkundliche Erwähnung 

Urkundliche Erwähnung des Dörnaer Schildbaches.

1401

Überfall

Bei einem Überfall Eichsfelder und hessischer Adliger auf Dörna wird ein Einwohner ermordet.

1417

Kirchturm wird erhöht 

Der Dörnaer Kirchturm wird auf sein heutiges Niveau erhöht und dient als Relaisstation im Verteidigungssystem der Freien Reichsstadt Mühlhausen.
(Verbindungslinie von Ziegenturmwarte und Dörnaer Warte zum Dörnaer Kirchturm, von diesem zur Nitzigeröder Warte bzw. Wartenberg und anschließend zur Stadt Mühlhausen). 

1423

Erneute Plünderung

Dörna wird erneut durch Hansteiner geplündert und verbrannt.

1471

Glocke

Die große Glocke für die Dörnaer Kirche wird gegossen.

1525

Brand & Raub

Erneut wird Dörna ausgeraubt und niedergebrannt. Der Probst des Klosters Anrode, Luckert, und andere Eichsfelder überfallen und plündern den Ort. Außer der Kirche bleiben nur zwei Häuser erhalten.

1563

Erstes Schulhaus

Das erste Schulhaus wird in Dörna erbaut. (1821 abgerissen und neu erbaut).

04.05.1564

Reformation

Dörna nimmt als vorletzter Ort im Mühlhäuser Gebiet die Reformation an, als letzter Ort folgt Höngeda zwei Jahre später.

1601

Erneuerung Kirche

Kirche, Kirchturm und Kirchtorhaus werden erneuert. Eine Skulptur Sankt Georgs wird für die Dörnaer Kirche geschnitzt. Heute befindet sich diese jedoch in der Küllstedter Kirche.

1713

Barockstil

Die Dörnaer Kirche wird im Barockstil umgebaut
und erweitert. 

1733

Rebellion

Dörna beteiligt sich mit 12 weiteren Ratsdörfern an einer Rebellion gegen den Mühlhäuser Rat.

1736

Germanisches Fruchtbarkeitsritual

Zum letzten Mal findet der Schossmeier-Umtrieb, ein altes germanisches Fruchtbarkeitsritual, in Dörna statt.

1744

Gemälde Sankt Georg

Die Tonnendecke der Apsis in der Dörnaer Kirche erhält ein Gemälde, auf dem Sankt Georg dargestellt ist.

1771

Gestaltung der Kirche

Die Kassetten der Emporen der Dörnaer
Kirche werden bemalt. 

1784

Rokoko-Grabmale

Für zwei Dörnaer Jungen, den Sohn des damaligen Pfarrers Spichardt und einen Jugendlichen aus der Familie Lattermann, werden zwei Rokoko-Grabmale angefertigt. Beide sind im Februar 1784 auf dem Eis des Schildbaches eingebrochen und ertrunken. Heute stehen die Grabsteine am Eingang zum Kirchenschiff.

1802

Dörna wird preußisch

Dörna wird zusammen mit dem Gebiet der Freien Reichsstadt Mühlhausen preußisch.

1807 – 1814/15

Königreich Westphalen

Dörna gehört zum Königreich Westphalen.

1815

Erneut preußisch

Dörna wird erneut preußisch. Der Landkreis Mühlhausen wird gebildet.

1821

Kirchtorhaus wird abgerissen

Das Dörnaer Kirchtorhaus wird abgerissen, die Steine werden für einen Schulneubau wiederverwendet.

1834

Neue Kirchenorgel

Dörna erhält eine neue Kirchenorgel. Orgelbauer ist E. Schulze, aus Paulinzella.
Die alte defekte Orgel aus dem 17. Jahrhundert wird für 150 Taler verkauft. 

1835

Warte wird verkauft

Die Dörnaer Warte wird an Privatpersonen verkauft, verbleibt aber in der Dörnaer Gemarkung.

1840

Kauf Landgraben

Dörna kauft einen Teil des Mühlhäuser Landgrabens.

1858

Feuerwehr 

Gründung der ersten Feuerwehr in Dörna.

1863 – 1870

Separation 

Separation der Dörnaer Flur.

1866 – 1870

Dammgraben

Bau des Dörnaer „Dammgraben“- eines Umflutgrabens, um die Hochwassergefahr
für Dörna zu verringern. 

1872

 Weiterführung Dammgraben

Weiterführung des Dammgrabens von der „Biege“ bis zur Gemarkungsgrenze
Hollenbach „Kleiner Kessel“. 

1876

Neuer Schießplatz 

Für den Schützenverein wird ein neuer Schießplatz vor der Uferriede angelegt.

1882

Schulgarten 

Um den Schulgarten wird eine Mauer aufgeführt und mit einem eisernen Zaun bekrönt. Dieser wird im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen.

1891

Turmuhr

Die Dörnaer Kirche erhält eine neue Turmuhr. Die Kosten belaufen sich auf 560
Reichsmark. 

1896

Kirche wird neu gestrichen

Das Innere der Dörnaer Kirche wird neu gestrichen und dabei der größte Teil der Rokokomalerei des Tonnengewölbes überdeckt. Die Freilegung erfolgte erst 1970 im Zuge der letzten großen Kirchenrestaurierung.

1905

Neue Schule 

Bau einer neuen Schule auf dem Dörnaer Anger. Der Plan, diese am Ende der Heiligengasse (Stumpfshof) zu errichten wurde verworfen, da die Eltern befürchteten, die Lehrer könnten sich der Dorfkontrolle entziehen.

1907

Unterrichtsbeginn 

Unterrichtsbeginn in der neuen Schule. Das alte Schulgebäude von 1563 bzw. 1821 wird in den folgenden Jahrzehnten unter anderem als Wohnung für den Lehrer, den Förster oder den Ortspolizisten, als Sitz des Polizeipostens und Bürgermeisters, als Standesamt, Gemeinde-bibliothek, Schulhort, Poststelle und Frisörsalon genutzt.

1910

Anschluss Elektrifizierung 

Anschluss Dörnas an die Überland-Zentrale Mühlhausen, Beginn der Elektrifizierung des Ortes.

1912 – 1914

Trinkwasserversorgung 

Bau eines Hochbehälters mit Feuerlöschkammer und einer zentralen Trinkwasserversorgung für Dörna. 

01.07.1944

Regierung in Weimar 

Der preußische Regierungsbezirk Erfurt und damit auch Dörna wird aus der Zuständigkeit des Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen in Magdeburg ausgegliedert und der Thüringer Regierung in Weimar unterstellt. 

15.02.1945

Absturz Bombe

Absturz eines amerikanischen Bombers in der Gemarkung Dörna bei der Brotlochbrücke.

Ende März 1945

Wehrmacht in Dörna

Einheiten der deutschen Wehrmacht in Dörna. Der Ort wird zur Verteidigung hergerichtet. Am 02.04.1945 zieht die Wehrmacht ohne „Feindberührung“ ab. Allerdings wird an diesem Tag noch ein deutscher Soldat wegen Fahnenflucht im Dörnaer Kirchhagen erschossen.

04.04.1945

Amerikanische Stoßtruppen

Amerikanische Stoßtruppen in Dörna, die sich wieder zurückziehen. Zwei Tage später erfolgt eine dauerhafte Besetzung durch amerikanische Truppen.

07.04.1945

Kämpfe in und bei Dörna

Deutscher Gegenstoß, schwere Kämpfe in und bei Dörna. Es gibt auf beiden Seiten Tote und Verwundete aber auch zivile Opfer sowie Zerstörungen und Beschädigungen an Gebäuden. Danach über mehrere Tage Repressalien durch amerikanische Soldaten gegenüber der Dörnaer Zivilbevölkerung.

Anfang Juli 1945

Sowjetische Besatzungsmacht 

Dörna wird an die sowjetische Besatzungsmacht übergeben, wie ganz Thüringen; gem. Beschluss der Konferenz von Jalta.

1952

LPG in Dörna

Gründung der ersten LPG in Dörna.

bis 1960

Kollektivierung der Landwirtschaft

Kollektivierung der Landwirtschaft. In Dörna werden drei LPG (Typ I, II und III) gegründet.

1969 – 1978

 Straßen in Dörna

Kanalisation, Pflasterung oder Teerung aller Straßen in Dörna. Bau einer befestigten Umgehungsstraße hinter dem Kirchhagen. Bau des ersten öffentlichen Kinderspielplatzes, Bau von Wartehäusern an Bushaltestellen, Schaffung von Grünanlagen, Verrohrung des Schildbaches und Bau eines Springbrunnens vor der ehemaligen Obermühle

Ende 1960er Jahre

 Särge nach Dörna überführt

Die Särge der ehemaligen Besitzerfamilien des Gutes Anrode, von Wedemeyer und Familie Wiersdorf, werden nach Dörna überführt und in der Südwestecke des Friedhofes beigesetzt. Die Anröder Gruft ist marode und wird abgerissen. Ebenso gelangt ein Obelisk aus schwedischem Schwarzmarmor nach Dörna und wird hinter der Nordwestecke des Kirchenschiffes aufgestellt. (Später verkauft und entfernt).

1970

Restaurierung der Kirche

Große Restaurierung der Dörnaer Kirche: Freilegung und Restaurierung der Malerei des Tonnengewölbes und Restaurierung der bemalten Kassetten der unteren Empore, Verkürzung der Nordseite der Empore, Abbau der alten Kanzel, des wertvollen barocken Kanzelaltars sowie des 1832 errichteten Anröder Herrensitzes.
Desgleichen wurde ein gotischer Taufstein und die Farbverglasung des „Kleeblattes“ des gotischen Apsisfensters aus dem 14. Jh. entfernt. 

um 1973/74

Schließung Schule

Schließung der Dörnaer Schule. Von 1962 – 1967 noch umfangreich um- und ausgebaut, u.a. Schaffung von naturwissenschaftlichen Kabinetten. Anschließend Nutzung als Jugend- bzw. FDJ-Zimmer und nach Umbau von 1978-1991 Produktionsstätte des VEB Obertrikotagen „Mülana“ Mühlhausen, in der Frauen aus Dörna und Umgebung Arbeit fanden. 

1985/86

Neuer Festplatz

Bau des neuen Festplatzes und einer zentralen Antennenanlage in Eigenleistung der Bevölkerung.

1986

Einbau einer Wender- bzw. Bachorgel 

Einbau einer Wender- bzw. Bachorgel in die Dörnaer Kirche. Nach großen Schwierigkeiten Orgelweihe 2001.

1989/1990

Erdverkabelung

Dörna erhält Erdverkabelung für Elektroenergie und Telefon, es werden auch Leerrohre für spätere Internetverbindungen gelegt. Außerdem eine moderne Straßenbeleuchtung.

1993

Förderschwerpunkt

Dörna wird als Förderschwerpunkt im Dorferneuerungsprogramm Thüringens anerkannt.

01.01.1997

Anrode

Dörna wird Teil der Einheitsgemeinde Anrode.

2001/2003/2004

Reparaturarbeiten Kirche 

Bau und Reparaturarbeiten an der Dörnaer Kirche u.a. Schließung der Mauerrisse über den seitlichen Apsisfenstern, Sicherung der Anbindung der Emporen an das Mauerwerk (Südwand), Neuverputzung unteres Drittel der Apsis sowie Maler- und Dekorationsarbeiten im Apsis und Aufgangsbereich zu den Emporen.

2004

1000 Jahre

Dörna wird 1000 Jahre.

2011

Internetversorgung 

Internetversorgung über LTE-Funktechnik wird eingerichtet.

2013

Glockenstuhl 

Instandsetzung Glockenstuhl der Sankt Georg Kirche Dörna.

2014

1010 Jahrfeier

Dörna feiert die 1010 Jahrfeier.
Eine glasfasergebundene Internetversorgung wird aufgebaut. 

Vereine, Bräuche, Feste

- über Jahrhunderte gepflegt oder ganz neu - 

Kirmesgesellschaften und Schützenwesen gehören sehr lange schon zu Dörna. Nach den Kriegen des 19. Jahrhunderts fanden sich Dörnaer auch in Kriegervereinen zusammen. Mit der Gleichschaltung 1933, mit der alle Jugendverbände zur Auflösung gezwungen wurden, musste jeder Junge und jedes Mädchen der HJ angehören. So wurde auch in Dörna allen gemeinsamen kulturellen Veranstaltungen das politische Siegel der NSDAP aufgedrückt.
Auch nach Kriegsende 1945, blieben die meisten der Dörnaer Vereine bestehen. Eine aus neuen politischen Überzeugungen gegründete FDJ-Ortsgruppe organisierte Fahrten für Jugendliche, und schon 1951 nahm eine Gruppe junger Leute aus Dörna an den Weltfestspielen in Berlin teil. 
Die bis zu Beginn der 1980er Jahre sehr beliebten Kinoveranstaltungen im Ort wurden ebenso über FDJ-Strukturen aufgebaut, wie die Motorsportgruppen der GST und eine Gemeindebibliothek, die bis 1989/90 zum kulturellen Leben im Dorf gehörte.
Heute kann man sagen, dass es nicht nur die alten traditionellen Feste sind, die das kulturelle Miteinander ausfüllen. Oftmals ist auch der konkrete historische Hintergrund nicht mehr gegeben. Heute feiert man, von Familienfeiern und privaten Jubiläen einmal abgesehen, weil man sich gerne trifft und ein bisschen gemeinsam fröhlich sein möchte. Ganz spontan sind so Veranstaltungen entstanden, die inzwischen „Kultstatus“ in Dörna haben.

KIRMES

Eines der ältesten Traditionsfeste in Dörna ist die Dörnaer Kirmes, die als Kirchweihfest wohl schon im 9. Jahrhundert gefeiert wurde. Man kann die Erbauung einer ersten hölzernen Kapelle auf dem Kirchberg, lange vor dem Bau der romanischen Steinkirche von 1119, als Anfang sehen. Ursprünglich ein rein kirchliches Fest, wandelte sich die Kirmes im Verlauf der Jahrhunderte zu einem eher weltlich ausgerichteten Großereignis und ist noch heute für die gesamte Dorfbevölkerung und ihre Gäste fest im dörflichen Leben verankert. 

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KIRMESGESELLSCHAFT  DÖRNA

Die Kirmesgesellschaft besitzt einen hohen Stellenwert im kulturellen Leben von Dörna, da sie alljährlich in der ersten Hälfte im Oktober das Kirchweihfest ausrichtet. Dazu finden sich junge Frauen und Männer zusammen, die in der Zeit von Freitag bis Montag die Kirmes nach einem festen Ablauf im Gasthof „Zum Schildbach“ feiern.
Das Dorf wird dafür herrlich mit Wimpeln geschmückt und am Ortseingang wirbt eine selbstgebaute Kirche aus Strohballen mit dem eigens durch die Kirmesmädchen gestalteten Banner für die Kirmes im Ort.
Ein Highlight zur Kirmes ist nach wie vor das Holen und Aufstellen des Kirmesbaumes. Um diesen zu verschönern basteln die Kinder des Kindergartens Tage vor der Kirmes Wimpelketten.

Die Kirmes besitzt eine lange Tradition. Bereits 1660 feierten die Einwohner von Dörna das Kirchweihfest. In einer Zeitung von 1936 wird beschrieben, wie einst Dörna Kirmes feierte. Dort steht geschrieben, dass jeder Kirmesbursche dem Kirmesgottesdienst beiwohnen muss. Tat er die nicht, so musste er als Strafe „zwei Kenntchen Branntwein“ der Feier beisteuern. Wie auch zur heutigen Kirmes musste bei Trunkenheit Strafe gezahlt werden.

Damals wie heute wäre die Kirmes nichts ohne die zahlreichen Gäste aus Dörna, den umliegenden Dörfern und der befreundeten Kirmesgesellschaften.
Um diese alte Tradition pflegen zu können ist es wichtig Jugendliche für diese Art des Feierns zu begeistern, da auch die Kirmesgesellschaft nur von der bereitwilligen Mitarbeit junger Frauen und Männer existieren kann. Daher stehen auch die Eltern in der Pflicht ihren Kindern von ganz persönlichen Erlebnissen zu berichten, um somit ihr Interesse zu wecken.

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PFINGSTMAIE

Ein schon sehr alter und schöner Brauch ist das Setzen der Pfingstmaien. Junge, unverheiratete Männer, meist die Kirmesburschen, stellten sich so ihren auserwählten Mädchen vor. Indem sie eine Maie, meist eine junge Birke oder Linde, über Nacht am Haus der Auserwählten befestigten, warben sie um ihre Gunst. So konnte es auch schon mal vorkommen, dass mehre Maien ein Haus schmückten. Bis in unsere Gegenwart hat sich auch dieser Brauch erhalten und lässt vielleicht heute noch manches Mädchen in dieser Nacht unruhig schlafen. In Dörna werden seit einigen Jahren auch große Pfingstbäume geschlagen und zur Freude aller vor dem Gasthof zum Schildbach und vor dem Jagdcasino aufgestellt.
Wenn die Maien dann endlich stehen, zieht eine fröhliche Gesellschaft ins Tiefental um zu zelten und sich bis zum Pfingstmontag von den „Strapazen“ des Baumaufstellens zu erholen.

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WALDFESTE

Gefeiert wurde natürlich auch unser Wald. Die „Tiefentaler Holzkirmes“ war so ein Fest. Die `Alten Herren´, wie sie früher genannt wurden - sie waren die Anteilseigner- trafen sich zur Rechenschaftslegung immer im Gasthof „ Zum Schildbach“ und feierten dieses erfreuliche Beisammensein mit leckerem Essen, einem Gläschen Cognac und dicken Zigarren. Und auch heute treffen sich die Mitglieder der Tiefentaler Laubgenossenschaft immer noch im “Schildbach“, aber mit Familie und ohne Rauch.  

Auch die Mitglieder der Laubgenossenschaft Gerechtigkeitswald Dörna-Oberholz, lassen es sich nicht nehmen, im schönsten Sommer in den Wald zu wandern. Das Waldfest, immer am ersten Juliwochenende des Jahres, ist inzwischen Tradition und lockt viele zu Blasmusik, leckerem Essen und schier niemals versiegenden Getränken in den Wald. Um die 200 Gäste werden unterhalten und bewirtet.

ZELTEN IM TIEFENTAL

Das alljährliche Zelten, das der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Dörna e.V. ausrichtet, ist seit inzwischen mehr als 20 Jahren, für Vereinsmitglieder und Gäste, fester Bestandteil des Sommers. Zunächst auf dem Kälberberg, findet dieses Ereignis inzwischen auf der Zeltwiese im Tiefental statt. Der Ablauf ist ein festes Ritual.

Am ersten Wochenende im August werden die Schlafsäcke eingepackt und dann geht es von Freitag bis Sonntag in den Wald. Gemeinsam wird gespielt, gelacht und gekocht. Die Nachtwanderung mit vielen Überraschungen darf dabei niemals fehlen. Besonders die Jüngeren haben großen Spaß. Und wenn dann noch die Geschichte vom Reiter ohne Kopf erzählt wird, ist die Nacht perfekt.

WETTKAMPF DER JUGENDFEUERWEHREN

Alle 5 Jahre ist Dörna Austragungsort eines freundschaftlichen Wettkampfes der Jugendfeuerwehren der fünf Ortsteile unserer Gemeinde Anrode. Die jungen Feuerwehrleute messen sich an diesem Wochenende sehr ernsthaft im theoretischen Fachwissen und in den praktischen Einsatzübungen zum Brandschutz und zur Brandbekämpfung. Aber es gibt noch einen wichtigen Grund solch einen großen Organisationsaufwand zu betreiben. Es soll sich ein Gemeinschaftsgefühl bei den Jugendlichen herausbilden, das der Einheitsgemeinde und den Menschen gut tut und das sie noch mehr zusammenwachsen lässt. Der Ortsteil Anrodes, der den Wettkampf ausrichtet, sorgt für Unterkunft und Verpflegung der 6 bis 16 jährigen Teilnehmer.

Wenn am Freitag alle angereist sind, heißt es Zelte beziehen und sich eingewöhnen. Es wird gemeinsam gegessen und geübt. Am Samstag findet das große Geländespiel statt, das zeigen wird wie jeder diesen umfangreichen Aufgaben gewachsen ist. Die richtigen Knoten und Bunde zu verwenden gehört dabei sicher zu den leichteren Übungen. Eine gute Disko am Abend macht dann „ müde Männer und Frauen“ wieder munter. Am Sonntag, nach dem Mittagessen, ist Auswertung und Abreise. Bis zum nächsten Jahr also.

RÖHRLINGSFEST

Das Röhrlingsfest könnte es schon 1903 gegeben haben, schätzen die Anwohner. Durch die Wirren der Kriegszeiten brach diese Tradition zwischenzeitlich ab. Warum man sich trifft und feiert, ist nicht mehr bekannt. Man weiß aber, dass sich einmal im Jahr, immer wenn im Bauchborn die lautesten Froschkonzerte zu hören waren, die männlichen Vorfahren entweder in Rödigers oder Miels Gartenhaus trafen, um sich dort ausgelassen und fröhlich mit Bier und Essen zu laben. Und heißt es nicht auch “die Frösche röhren“? Daher könnte das Röhrlingsfest auch seinen Namen haben, vermutet man. Der Tradition entsprechend zog die fröhliche Gesellschaft als Höhepunkt um Mitternacht zum Bauchbornsgraben, um dort zu angeln.

Was die “Alten“ dort gefangen haben, weiß man nicht. Fische wohl nicht. „Wir jedenfalls binden symbolisch immer Fischbüchsen an unsere selbstgebauten Angeln und singen ein eigens zu diesem Zweck gereimtes Lied“. Bis 1968 feierten die Männer allein. Erst das Aufbegehren der Frauen machte das Fest zu einem Familienfest. Von nun an waren die Gartenlauben zu klein und das Fest wurde an die öffentlichen Plätze verlegt. „Und so feiern wir es mal in Saus und Braus und manchmal auch ganz schlicht.“

GASSENFEST

Das Gassenfest der Grünen Gasse gibt es nun schon fast 10 Jahre. Und woher der Name kommt, ist leicht zu erkennen. Seit 1995 ist einer der Anlieger der Grünen Gasse Gastgeber.
Alle sind dabei und von Samstagnachmittag bis Sonntagabend gibt es Leckeres vom Grill und Getränke satt.

MOPEDFREUNDE DÖRNA

Aus einer Laune heraus entstand die Idee, die „Moped-Zeit“ der Jugendjahre wieder auferstehen zu lassen. Die Idee fand schnell Freunde und weil bei den meisten noch ein fahrtaugliches Gefährt zu finden war, war ein Tagesausflug schnell geplant.
2010 fand die erste Ausfahrt der Mopedfreunde Dörna mit rund 10 Fahrzeugen statt. 

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Das Ziel war der Aussichtsturm „An der Lindenhecke“ nahe Schierschwende. Trotz Pannenpausen blieb keiner auf der Strecke, denn Pannenhilfe ist bei Mopedfahrern Ehrensache. Es war schnell klar, das sollte kein Einzelfall bleiben. Und so wurden auch die folgenden Ausflüge gesellige und erlebnisreiche Fahrten.
Inzwischen ist die Schar der Teilnehmer stetig gewachsen und erstreckt sich mittlerweile über mehrere Generationen. 
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SCHLEPPERFREUNDE UND LEISTUNGSPFLÜGEN

-Männer müssen Männer sein-
Das Leistungspflügen, von den „Schlepperfreunden Dörna“ ausgerichtet, ist der Aufruf zu einem Wettkampf, bei dem starke Motoren und fahrerisches Geschick den Sieger bestimmen.
2008 haben sich die ansässigen Liebhaber von Schleppern und Landmaschinen zusammengetan und den Spaß an der Freude mit dem Nützlichen verbunden. Ein großes Stück Acker, von einem Schlepper-Freund bereitgestellt, wurde 2009 zur Arena und zum Schauplatz des ersten Leistungspflügens in Dörna.  

Inzwischen stellt der freundschaftliche Wettkampf eine anspruchsvolle Herausforderung für jeden Teilnehmer dar. Im Vorfeld werden Motoren und Geräte überprüft und eingestellt. Der ein oder andere „Amateur“ probiert und trainiert, um gegen die Profis bestehen zu können. Zum 1. Wochenende im September wird eingeladen und alle machen sich bereit in den „Ring“ zu steigen und die Superfurche zu ziehen.
Ein von mal zu mal wachsendes Publikum feuert die „Kämpfer“ an und feiert anschließend ausgelassen den Gewinner des Wanderpokals. 

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FASCHING

Angefangen vor fast sechs Jahren mit der Absicht so etwas Traditionelles und Fröhliches wie den Karneval in Dörna nicht sterben zu lassen, entstand die Gemeinschaft der DFF.

Die DÖRNAER FASCHINGSFREUNDE, wie sie sich nennen, hatten damals einfach nur die schöne Absicht den Kindern in Dörna ein ausgelassenes Faschingsfest zu ermöglichen. Asterix und Obelix und die ganze Bande wurden zum Motto der Premiere für alle unter 16 in Dörna.

Und weil es dann so schön war und allen so viel Spaß bereitet hatte, lag der Schluss nahe damit weiterzumachen. Der erste Fasching für die Großen bot mit dem Jahrestag der Grenzöffnung das ideale erste Faschingsmotiv. Fantasievoll und frei nach dem Motto „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ fanden sich in den folgten Jahren immer neue Themen. Waren die Faschingsfreunde bei den ersten Veranstaltungen auf Power Point und Beamer angewiesen, so läuft seit drei Jahren ein Super-Live-Programm.

SENIORENNACHMITTAG

Etwas ruhiger ist es, wenn sich einmal in jedem Monat die Generation 60+ trifft.
Seit 13 Jahren lassen sich die sogenannten Senioren an jedem 2. Donnerstag eines Monats, abwechselnd im Jagdcasino oder im Schildbach an einem schön gedeckten Tisch mit Speis und Trank verwöhnen.

Der, der diese geselligen und unterhaltsamen Nachmittage ins Leben gerufen hat, Kurt Rödiger - selbst schon in den Achtzigern, nennt sie „ Kulturelle Seniorenbetreuung“. Miteinander reden, essen und trinken sind zu wenig, um diese Treffen zu beschreiben. An manchen Nachmittagen gab es Vorträge zu interessanten Themen, Gedichte und Anekdoten wurden gelesen, Frau Schäfer war zu Gast und hat von ihren Reisen erzählt. Den letzten Donnerstag des Jahres krönt eine Tombola, die bisher immer ein großer Spaß für alle war und deren Erlös an den Dörnaer Kindergarten geht.

FUSSBALL

Schon kurz nach dem 1. Weltkrieg gründete sich unter Leitung von Richard Rödiger ein Fußballverein.
Bis Mitte der 1960er Jahre spielten seine Aktiven den Verein, die „BSG Traktor Dörna“ von Sieg zu Sieg. Spätere Bemühungen der Jugendlichen Günter Kreter, Hartmut Olschewski, Ulf Kraushaar, Uwe Luhn, Uwe Berger u.A. den Verein neu zu beleben, scheiterten 1972. Auch die im EOW Dingelstedt von Peter Kreter, dem damaligen Betriebsleiter, kostenfrei gefertigten Trikots konnten die Auflösung nicht verhindern.

GESANGVEREIN UND LAIENSPIEL

-zwei, die uns fehlen-
Bis zur Mitte der 60er Jahre bestand der damals sehr bekannte Dörnaer Gesangverein „Liederkranz“. Die noch heute in Dörna aufbewahrte schöne und wertvolle Vereinsfahne wurde 1932 geweiht. Unter den letzten beiden Chorleitern Paul Luhn und Edwin Rödiger erreichte der Chor beachtliche künstlerische Erfolge. 1957 richtete der Dörnaer Gesangverein das Kreissängerfest aus.
Zur Erinnerung daran wurden um Festplatz und Sportplätze Pappeln gepflanzt.
Das starke künstlerische Engagement Edwin Rödigers führte schon in den 50er Jahren zum Entstehen eines Laientheaters. In den Wintermonaten, wenn Feldarbeiten ruhten und etwas mehr Zeit für dörfliches Vergnügen blieb, konnte mancher sicher von Herzen über sich selbst oder seinen Nachbarn lachen.

DORFCLUB

-viele Gesichter, ein Ziel-
Mit einem 2. Platz im Kreiswettbewerb trat der Dorfclub 1964 aus seinem Schattendasein in Dörna heraus. Er wurde zur „Schaltzentrale“ aller kulturellen Aktionen im Ort. Im Club selbst wurden verschiedene Zirkel angeboten und wer wollte konnte eintreten und mitarbeiten.
Fotozirkel
Batikzirkel
Wettermessstationen
Geschichtszirkel und
ein Musik-Trio mit dem Sänger Walter Klein
stellten das vielfältige Freizeitangebot des Clubs dar. An das „Dornenkabarett“, unter der Leitung von Horst Ludewig, und an die über mehrere Jahre organisierten Ferienlager vor der Uferriede erinnern sich sicher noch viele.
Der Geschichtszirkel hatte in dem Bodenfundpfleger und Heimatforscher Hans Gräfe einen kompetenten Leiter gefunden.

Als Hermann Wilhelm ihm ein besonderes Lehmbröckchen mit der Frage: „Was ist das?“ vorlegte, war sein Interesse geweckt. Es handelte sich um keltische Keramik. In derselben Erdschicht lagen Bronzeschmuck und Trümmer eines Eisenschmelzofens mit einer Zeitdifferenz von rund 400 Jahren.
Nun begann eine Zeit mühevoller und aufwändiger archäologischer Arbeit. Nach vielen Stunden beschwerlichen Grabens, sorgfältigen Restaurierens und akribischen Ordnens, konnte die Entstehungsgeschichte Dörnas so, wie sie in unserer Festschrift zu lesen ist, nachgewiesen werden. Die Ausgrabungen erregten nicht nur in Dörna großes Interesse. Während die sog. Westpresse dem Heimatforscher Gräfe, als Kritiker der DDR-Verhältnisse Anerkennung zollte, brachten ihm die wissenschaftlichen Schlüsse, die er aus seinen Funden zog eine strenge Rüge der SED Kreisleitung, Mühlhausen ein. Alle Forschungen zur Dörnaer Heimatgeschichte mussten abgebrochen werden.

Nicht so die Gemeindevertreter Dörnas. Das Gremium lobte die Arbeit des Forschers und seiner Helfer und zeichnete sie aus.
Mit einem Großprojekt macht der Club in den 80er Jahren wieder auf sich aufmerksam. Der Initiative seines damaligen Leiters Gerald Wunnicke und der uneigennützigen Arbeit von Gerd Balmer, Alfred Hübel, Friedmar Stange, Klaus-Otto Dauphin und Hans Sievers ist der Festplatz in Dörna zu verdanken. In einer „Blitzaktion“ wurde die Errichtung eines Vereinsgebäudes beantragt und genehmigt. 20.000 Mark wurden dafür bewilligt.
Gerald Wunnicke leitete diesen Club bis 1993. Engagiert und unermüdlich fand er immer wieder neue Möglichkeiten das Zusammenleben der Dörnaer zu gestalten.
Großen Anklang fanden der Heimatverein und der DCV, der am Rosenmontagszug in Mainz teilnahm.

POSAUNEN UND TROMPETEN

-meine Welt ist die Musik…-
Der Spaß am Musizieren und sein Können auf der Trompete ließen Alfred Hübel 1971/72 in Dörna einen Bläserchor gründen.
Klaus-Otto Dauphin, Karl-Heinz Busch, Volkmar Forst und Andreas Heib haben viele Gottesdienste mit ihren Instrumenten stimmungsvoll mitgestaltet. Mit dem Können seiner kleinen Gruppe zufrieden, erweiterte Alfred den Bläserkreis zur Feuerwehrkapelle Dörna-Hollenbach. Spätestens 1970 war das „Blasorchester Dörna-Hollenbach“ der Höhepunkt vieler dörflicher Feste in Dörna und Umgebung. Der Erfolg spornte sie an. Und Mitte der 80er Jahre begann, wieder mit Alfred Hübel als Leiter, die Ära der OTM, der „Original Tiefental Musikanten“. Eine Erfolgsgeschichte bis heute.
Alfred Hübel wurde 1998 als Leiter der OTM verabschiedet.

Die Gründungsmitglieder der Feuerwehrkapelle Dörna-Hollenbach:
Alfred Hübel                                Harald Luhn
Klaus-Otto Dauphin              Karl-Heinz Busch
Werner Ladwig                          Volkmar Forst
Hartmut Schwenke               Andreas Heib
Werner Poser
Thomas Poser
Karl Eichel
Manfred Koch

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SCHÜTZENVEREIN

Der heutige Dörnaer Schützenverein wurde 1995 von Gerald Wunnicke, Hans-Dieter Lattermann und Jörg Schröter gegründet.
Die Gründungsversammlung fand am 28. Juli im damaligen Hotel „garni la fleur“ in Dörna statt. Der erste gewählte Vorstand hatte folgende Mitglieder Elmar Wagner 1. Vorsitzender, Dietmar Goldmann, 2. Vorsitzender, Jörg Schröter Waffenwart, Hans-Dieter Lattermann Kassierer, Beate Wagner Schriftführerin. Zu Revisoren wurden Ronald Koch und Eckard Ratgeber gewählt. Im April 1996 erfolgte die Namensgebung „Sankt Georg“ durch die damalige Pfarrerin Dorothee Müller. Nach aufwändigen Vorbereitungen konnte vom 23. bis 25. August 1996, nach 57 Jahren, das erste Schützenfest in Dörna gefeiert werden .

Auch zahlreiche Vereine aus der näheren und ferneren Umgebung nahmen an diesem Schützenfest teil. Schützenkönig wurde Thomas Dauphin, Sternkönig Ronald Koch und Mario Schröter Jungschützenkönig. Seit 1997 leitet Hans-Dieter Lattermann in Zusammenarbeit mit seiner Stellvertreterin Ivonne Messerschmidt die Geschicke des Vereins.
Das letzte Dörnaer Schützenfest vor der Neugründung fand im August 1939 statt. Schützenhauptmann war Balduin Rempe Schützenkönig Karl Engelhardt, Sternkönig Karl Schüler und Jungschützenkönig Horst Rathgeber.
Die wohl älteste Erwähnung des Schützenwesens in Dörna stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im September 1616 luden der Dörner Schulze Georg Schröter die beiden Vormünder Hans Barthel und Hans Hausmann, auf Befehl des Landesherren, des Rates der Stadt Mühlhausen, zu einem Schützenhof und Freischießen nach Dörna ein. Die Schützenhöfe sollten der Stärkung der allgemeinen Wehrfähigkeit der Bevölkerung dienen und alle zu Mühlhausen gehörigen Dörfer mussten teilnehmen.
Dorffeste wurden in Dörna immer auf dem Anger gefeiert. Größere Ereignisse wie die Schützenhöfe oder das Freischießen fanden auf der Krückenwiese und auf dem Rasen statt. 

FEUERWEHR

Von einer „Freiwilligen Feuerwehr Dörna“ kann erst seit 1920/24 gesprochen werden. Zur Zeit der Gründung einer Feuerwehr in Dörna, die man nach Überprüfung der historischen Gegebenheiten auf das Jahr 1558 datierte, sprach man noch vom Feuerwehr- oder Löschwesen. Die historischen Strukturen sind jedoch mit den heutigen durchaus vergleichbar.
Vor 1858 war das Löschwesen in Dörna, wie in den meisten Gemeinden unserer Umgebung, geregelt. Alle körperlich geeigneten Männer wurden im Brand- oder Katastrophenfall zu Lösch- oder Hilfsdiensten herangezogen. Eine Ausnahme bilden ca. 6 Monate im Jahr 1955. Da in diesem kurzen Zeitraum die Einsatzfähigkeit der Dörnaer Feuerwehr nicht mehr gegeben war  (die Lücke, die der 2. Weltkrieg gerissen hatte und höhere Bevölkerungsfluktuation machten sich bemerkbar), wurde eine Pflichtfeuerwehr gebildet, zu der geeignete männliche Einwohner verpflichtet wurden.

Mobirise
 
Im 18.Jh. mussten junge Männer, die nach Dörna einheirateten, einen Ledereimer zur Brandbekämpfung stiften oder eine entsprechende Summe in die Gemeindekasse einzahlen. Noch kurz vor Gründung der ersten Dörnaer Feuerwehr schaffte die Gemeinde Dörna noch eine neue Schlauchspritze an, da die alte Schlauchspritze unbrauchbar geworden war. Die Geräte der Dörnaer Feuerwehr waren im Gerätehaus am Feldtor, in einem Anbau der damaligen Gemeindehäuser, untergebracht. Dieses Gebäude, wohl gemeinsam mit dem Gemeindeschafstall und den Hirtenhäusern um 1819 errichtet, wurde bis 1979 als Feuerwehrdepot genutzt.
1979 erfolgte ein Neubau des Gerätehauses im Unterdorf. Das heutige Dienstgebäude in der ehemaligen Gemeindeschenke wurde 2005 geplant und gebaut.

Weiteres Feuerwehrgerät (Steigleitern und Einreißhaken) waren unter einem Wetterdach an der westlichen Außenmauer des Kirchhofes (Feldtor) deponiert. Eine Handdruckspritze erhielt Dörna 1871. Die erste Motorspritze erhielt die Dörnaer Feuerwehr 1935. Eine spürbare Verbesserung der Ausrüstung der Ortsfeuerwehr erfolgte ab Mitte der 60er Jahre des 20. Jh. Dörna erhielt eine neue Motorspritze TS8 mit neuem Anhänger. Ausrüstungsgegenständen (Helme, Kombis, Fangleinen usw.) der aufgelösten Mühlhäuser Berufsfeuerwehr wurden zugeführt.

Ein erstes eigenes Einsatzfahrzeug erhielt die Dörnaer Feuerwehr 1990.
Die Alarmierung erfolgte zunächst durch Zuruf oder läuten der Kirchenglocken und ab 1902 durch Hornsignale, bis zum o.g. Zeitpunkt die Alarmierung durch Sirene erfolgte. Die Anfahrt der Löschtechnik zum Einsatzort wurde durch Vorspann realisiert. Zunächst waren die Bauern, die über Pferde verfügten, zum Vorspann verpflichtet. Danach legten die LPG-Verantwortlichen wöchentlich eine Zugmaschine mit Fahrer für diese Aufgabe fest. Die Einsatzkräfte erreichten individuell den Einsatzort und später, besonders bei überörtlichen Einsätzen auch mit Transportmitteln der Dörnaer LPG.

Löschwasser wurde zunächst dem Schildbach und den Dorfbrunnen entnommen. Aber schon mit dem Bau der örtlichen Trinkwasserversorgung wurde ein System von Hydranten, zunächst Oberflurhydranten, geschaffen. Bis auf wenige Ausnahmen wurden diese in den 1970er Jahren durch Unterflurhydranten ersetzt. 1963 kam noch eine Löschwasserzisterne auf dem LPG-Gelände hinzu.

Im Verlauf ihrer Geschichte musste die Dörnaer Feuerwehr auch oft zu Großeinsätzen ausrücken. In Erinnerung dürften folgende sein: Hilfe beim Unwetter in Bruchstedt 1950 (das zu dieser Zeit zum bestehenden Großkreis Mühlhausen gehörte), Brand am Gerstenberg 44 (heute Kesselburg 1) am 24.12.1960, Brand am Rasen 1963, (fünf Gehöfte waren betroffen, mit hohem Sachschaden an privaten und genossenschaftlichen Viehbeständen der Dörnaer LPG, die dort eingestallt waren), Brand des Gemeindeschafstalles 1973 und der Brand der Feldscheune auf dem LPG-Gelände 1987.

Auch bei diversen Unwettern, wie z.B. 1864, 1974 und 2005 war der Einsatz der Dörnaer Feuerwehr gefragt.
Aus jüngster Vergangenheit seien die Brandserie Ende der 1990er Jahre in Dörna und der Brand der ehemaligen Möbelfabrik am 01.01.2008 genannt.
Als überörtliche Hilfeleistungen seien neben Bruchstedt noch genannt: Der Brand der Mittelmühle am 24.09.1957 in Bickenriede, der Großbrand am 11.11.1959 in Lengefeld, sowie der Brand auf dem LPG-Gelände in Eigenrieden 1981.

Organisatorisch waren die Ortsfeuerwehren zunächst dem jeweiligen Bürgermeister unterstellt. Dies änderte sich ab einem bestimmten Zeitpunkt, als man während der NS-Zeit die Ortsfeuerwehren als „Feuerpolizei“ der SS direkt unterstellte. Nachdem nach 1945 die Wehren vorübergehend wieder den Bürgermeistern unterstanden, bildete man nach Straffung der Verwaltungsstrukturen in der DDR zur effektiveren Brandbekämpfung und Vorbeugung Wirkungsbereiche. Erst ab Beginn der 1980er Jahre erlangte der Ortsbürgermeister wieder mehr Einfluss auf die örtliche Feuerwehr.

Dörna gehörte zum Wirkungsbereich Bickenriede, zusammen mit den Feuerwehren Bickenriede, Hollenbach, Lengefeld und zeitweilig auch Eigenrieden und Struth. Die fachliche Anleitung der Freiwilligen Feuerwehren erfolgte erst durch die Berufsfeuerwehr Mühlhausen und später durch die Abteilung Feuerwehr des VPKA.
Zu nennen sei noch das Türmchen, welches man 1945 auf den First der alten Schule von1821 setzte. Der dort eingesetzte Flurwächter sollte Erntediebstähle verhindern bzw. zur Anzeige bringen aber auch Brandereignisse in der Gemarkung oder Ortslage melden.

Die Hochzeit der Dörnaer Feuerwehr waren wohl die 1960er und 1970er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die Feuerwehr Dörna erreichte eine der höchsten damaligen Qualifizierungen, die Leistungsstufe I. Diese musste durch mehrere Leistungsnachweise, verbunden mit einer Abschlussübung erlangt werden. Auch eine aktive Frauengruppe musste vorhanden sein. Über eine solche verfügte die Feuerwehr Dörna. Diese Frauengruppe war nicht nur dekoratives Beiwerk, sondern verfügte über eine solide Ausbildung und konnte an Einsätzen teilnehmen. Auch eine sogenannte „Pionierfeuerwehr“ gab es in Dörna. Hier erhielten Schüler eine theoretische und praktische Ausbildung (z.B. an Kleinlöschgeräten) und wurden so an den späteren Dienst in der Feuerwehr herangeführt. 
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Bei Wirkungsbereichsausscheiden war die Dörnaer Feuerwehr fast regelmäßig Sieger, mitunter auch mehrere Jahre in Folge. Dadurch nahm die Feuerwehr Dörna an den Kreismeisterschaften teil und wurde mehrmals Kreismeister. Auch für die Bezirksmeisterschaften des Bezirkes Erfurt hatte sich die damalige Freiwillige Feuerwehr Dörna zweimal qualifiziert. 

Herausragend war folgendes Beispiel: Bei einem Wirkungsbereichsausscheid in Eigenrieden erreichte die Dörnaer Feuerwehr den Sieg während gleichzeitig eine andere Gruppe der Dörnaer Feuerwehr an den Bezirksmeisterschaften des Bezirkes Erfurt in Kromsdorf, bei Weimar, teilnahm und den dritten Platz erreichte. Dies ist besonders zu erwähnen, da an diesem Wettbewerb nicht nur die übrigen 14 Kreismeister des Bezirkes Erfurt, sondern einige Werksfeuerwehren und die 6 damaligen Berufsfeuerwehren antraten.
Neben der Einsatzabteilung der Feuerwehr besteht seit 1990 auch der Feuerwehrverein Dörna. 

 Eine kleine Statistik

- zwischendurch - 


Die Zahl der Siedler, also der „Einwohner“ um das Jahr 120 dürfte die 100 kaum überschritten haben. Mit der späteren flächenmäßigen Erweiterung Dörnas hat sich natürlich auch deren Zahl deutlich erhöht. Nachweisbar sind folgende Einwohnerzahlen: 

Jahr                          Einwohner
1524/25                ca.240
1588                        ca.390
1660                        247
1742                        436
1773                         338

Die Auswirkungen zweier verheerender Kriege 1618 - 1648 und 1756 - 1763 waren auch in Dörna spürbar. Als Dörna 1802 preußisch wurde, lebten hier wieder 448 Menschen. Nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon 1824, zählte man nur 422.
Wird diese kleine Statistik fortgesetzt, so zeigt sich für :

1905                         502
1933                         622
1947/48                956 (586 Einwohner u. 370 aus ihrer Heimat vertriebene Flüchtlinge)

In diesem Zusammenhang spielt die Zahl derer, die ihre Heimat Dörna für immer verließen und auswanderten, eine unbedeutende Rolle. In der Zeit von 1792 bis 1889 siedelten 37 Personen legal in die Neue Welt, nach Nordamerika, um.

Für die folgenden Jahre konnten die Namen der Aussiedler aufgelistet werden:
1844 Georg Christoph Mayenberg mit 3 Personen, Ackersmann
1850 Georg Adam Sellmann mit 5 Personen
1850 Georg Christoph Luhn
1852 Georg Andreas Balmer mit 1Person, Musiker
1864 Georg Gottfried Müller mit 1 Person, Musiker
1869 Johanna Dauphin mit 1 Person, Magd
1874 Georg Christoph Lattermann mit 1 Person, Landwirt
1889 Miel, Vorname unbekannt, Musiker
Von 1792 bis 1840 wanderten 16 Einwohner Dörnas aus, deren Namen unbekannt sind.
Illegal ausgewandert sind zudem die Brüder Atzrodt und der Musiker Georg Andreas Stude.
Heute leben in Dörna 363 Einwohner.

 Sagenhaftes

- geheimnisvolle Geschichte - 

DIE WANDERNDEN STEINE

Vor urdenklichen Zeiten war das Dorf Durnide noch ohne Kirchhaus. Es besaß nur eine Wilde Kerke auf dem Kirchberg, die nichts als eine Burg gewesen. Da beschloss der Patron, die Leute dem wahren Glauben zuzuführen und auf dem Schildchen des Gottes Haus zu bauen. Wald und Flur lieferten dazu Gestein, dass die Steinmetze in Maß und Form schlugen.
Doch eines Morgens standen alle verwundert am Schildchen, wo kein einziger Quader mehr lag. Bei der Suche danach wies Kalkmehl eine Spur zum Kerkberg hinauf, wo man die Quader hinter dem alten Burgwall fand. Auf welche wunderliche Weise das zugegangen, wusste niemand zu sagen. Auch die dort wohnten, hatten nichts gesehen und gehört. Jeder vermeinte, die Steine seien nachts von selbst den Berg hinauf gewandert.
Viele Hände waren nun gefragt, die Quader zum Bauplatz am Schildchen zurückzubringen. Doch nächste und übernächste Nacht wanderten die Steine wiederum zum Kerkberg hinauf. Da war nun großer Rat, wie zu verfahren sei. Die Durn’schen behaupteten: „So die Steine wandern, ist ihr Verlangen, dass ein Kirchlein droben soll erbaut werden, und nicht auf dem Gänsekraut.“ Des hatten die Bauleute ein Einsehen und es geschah also.
Das Kirchlein bekam als Schutzherrn den heiligen Petrus und ward St. Petri genannt, wider den Willen der Leute. Aber im Geist der Wilden Kerke trat später an seine Stelle der Drachentöter St. Georg, der heute noch die Wetterfahne ziert.  (Renate Mähler. in: Hans Gräfe: Altdörna und die Kirche „St. Georg“)  

WOLFSJAGD IN DÖRNA

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) gab es noch Wölfe in der Mühlhäuser Gegend. Es wird berichtet, wie im November 1654 zwei Bürger aus Mühlhausen in der Uferrieden bei Mondschein einen Wolf erlegten.
Die Chronik berichtet:
„Im Monat November gingen zwei Bürger bei hellem Mondschein auf die Jagd. Da sahen sie ein wunderbares Tier auf sich zukommen, das sie seiner Gestalt nach eher für ein Gespenst hielten, jedoch wagte der Eine zu schießen und das Tier fiel um.
Als sie hinzukamen, so war es ein Wolf, der eine Ziege, die er in Dörna geraubt hatte, auf den Rücken gehuckt hatte und deren Vorderfüße er kreuzweise in den Rachen gepackt und durchbissen hatte.
Als sie am Morgen in Dörna in die Schenke kamen, so erfuhren sie, dass die Ziege in das Dorf gehörte. Sie musste aber abgeschlachtet werden.“  (Quelle: Sellmann, Adolf - „Das Dorf Dörna im Kampf ums Dasein“ in: Mühlhäuser Anzeiger, 11.09.1920) 

DIE EHSPANNGESCHICHTE

Ein frisch verheiratetes Ehepaar fuhr in Dörna vor vielen Jahrzehnten mit Pferd und Wagen in die Flur, um Gras für das Vieh zu mähen. Als es mit seinem Fuhrwerk auf die Wiese kam, versanken die Pferde, der Wagen und das Ehepaar plötzlich in dem sumpfigen Gelände.
Seit dieser Zeit heißt dieser Flurteil „Das Ehspann“. An dieser Stelle wurde dann später ein Brunnen gegraben, der die örtliche Wasserversorgung des Dorfes Dörna mit speist und heute noch sichert.
(Quelle: mündlicher Bericht von Heinrich Rutke)

DER REITER OHNE KOPF IM WALD BEI TIEFENTAL

Südlich von Dörna erinnert der Name eines Flurteils an die Stätte, wo einst das Dörfchen Tiefental lag. Alte Urkunden berichten von der Größe der Feldmark und Waldung des verwüsteten Ortes, der nur 25 Herdstätten zählte.
Im Tiefentaler Wald soll es der Sage nach nicht „richtig“ sein. Vor Jahrzehnten haben Mühlhäuser Jäger dort schauerliche Dinge erlebt: Sie saßen auf dem Anstande, als es plötzlich in den Wipfeln der Bäume fürchterlich rauschte. Ein Pfeifen und Krachen war zu hören und gellende Schreie durchhallten die Luft. Schreckensbleich nahmen die Jäger Reißaus. Außerhalb des Waldes aber herrschte völlige Windstille. Der wilde Spuk rührte von dem Reiter ohne Kopf her, der im Tiefentaler Forst sein Unwesen trieb. Der Sturmwind eilte seinem Schimmel voraus und zauste mit Macht die Bäume, dass sie ächzten und stöhnten und die Kronen zusammenschlugen. Jahraus, jahrein jagt der kopflose Reiter zu gewissen Zeiten durch den Wald - ruhelos bis in alle Ewigkeit. Doch wer ist der seltsame, unheimliche Reitersmann?
Ein gewisser Gutbier, der in einem Nachbardorfe wohnte, hatte auch Besitzungen im Tiefental. Aus Geiz und Geldgier hatte er seine Seele dem Satan verschrieben. Geld hatte er nun zwar in Hülle und Fülle, aber die Angst vor seinem schrecklichen Ende raubte ihm Ruhe und Frieden. Griesgrämig durchstreifte er die Wälder der Umgegend, häufte Schandtaten auf Schandtaten und wurde dadurch eine Geißel der umliegenden Ortschaften.
Als einmal an einem Sonntag, als in Tiefental gerade die Glocken zum Gottesdienst riefen, dieser wiederum im Holze jagte, bäumte sich plötzlich sein Pferd auf, sprang zur Seite und der dem Teufel Verschriebene lag mit zerschmettertem Schädel am Boden. Der Teufel hatte sich sein Opfer geholt. Seit dieser Zeit ist wiederholt in diesem Walde ein Mann ohne Kopf - auf einem Schimmel reitend - gesehen worden.

DAS BLUTGERICHT VON DÖRNA

In Dörna hatte sich die Sippe derer von Salza vor Jahrhunderten die Gerichtsbarkeit angeeignet, das heißt, im Orte richten zu dürfen. Im Jahre 1302 kaufte der Rat der Stadt Mühlhausen das Dorf einschließlich der Gerichtsbarkeit von den Brüdern von Salza.
Unter der Herrschaft der Herren von Salza wurde einstmals ein Blutgericht über einen Bewohner von Dörna gehalten. Das Urteil wurde am sogenannten „Königsbusche“ gesprochen. Der Verurteilte wurde durch die Henkersgasse über ausgestreute Eisennägel nach der Niemandshecke geführt und dort hingerichtet.
(Quelle: Bemmann, Rudolf - Mühlhäuser Anzeiger, 09.01.1911)
KEIN SILBER IN DER SILBERGRUBE

Nachgewiesen durch Bodenfunde befanden sich zu dieser Zeit noch drei weitere Siedlungen oder Werkstattgemeinschaften in der Dörnaer Gemarkung, die sich ebenfalls der Eisenverhüttung und Verarbeitung verschrieben hatten. Diese Weiler lagen am ersten Schleifweg, auf der Weilange (ehem. Lehmgrube) und am Roten Berg, dessen Name vermutlich auf entsprechende Erzvorkommen zurückzuführen ist. Die Lage der letzten Siedlung erklärt auch den dortigen, etwas kuriosen Verlauf der Gemarkungsgrenze zu Hollenbach. Als um 750 bis 770 n. Chr. Hollenbach und die heutigen Wüstungen Nitzigerode (1552 teilweise und 1569 vollständig abgebrochen), Tutterode (1589 abgebrochen) sowie Tiefental, ein Dorf mit 25 Gehöften und einer eigenen Kirche (abgebrochen in der der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts) durch die Franken gegründet wurden, erkannten die fränkischen Markscheider die uralten Dörnaer Gemarkungsgrenzen an, die in die neue Hollenbacher Gemarkung hineinragten. Zu dieser Zeit entstand auch der Flurname Silbergrube. Hier stießen die Gemarkungen von Nitzigerode, Hollenbach und Dörna aneinander. Der ursprüngliche Name „Selbherrgrube“ bedeute Niemandsland und besagte, dass dieses Fleckchen Erde niemandem gehörte.

Die genannten drei kleineren Weiler innerhalb der Dörnaer Gemarkung wurden um 350 aufgegeben und deren Bewohner siedelten sich in Dörna an, was einen Innovationsschub in der Dörnaer Siedlungsgeschichte bedeutete. Die Ansiedlung erfolgte wahrscheinlich auf der Nordseite oder an der Großen Gassen und an der Südseite der ehemaligen kleinen Gasse. Der Zwischenraum zwischen diesen beiden Straßenzügen, das sogenannte Schildchen, wurde erst im 10. Jahrhundert besiedelt. Zu diesen Zeitpunkt (4. Jh.) wurde Dörna vermutlich Turnithi genannt. Daraus wurde später Dornedhe (1004), dann Dornde (1302) und schließlich Dörna. Nur Dornrode, wie von manchem „Geschichtskenner“ behauptet, hieß Dörna nie.

DIE CHASALLABURG

Als, wie bereits erwähnt, die Franken um 750 bis 770 unsere Umgegend unter stärkere Kontrolle nahmen, entsprachen die Dörnaer Siedlungsgrenzen im Norden, Süden und Westen dem heutigen Hagen, der vermutlich schon damals als Verteidigungsanlage existierte. Im Osten lag die Ortsgrenze in etwa dort, wo heute die Straßenzüge Obermühle und Tippenmarkt aufeinander treffen. Unterhalb Alt-Dörnas errichteten die Franken die „Chasallaburg“ zur Sicherung der Heerstraße von der sächsischen Grenze (heutiges Niedersachsen) in Richtung Mühlhausen / Görmar sowie in Richtung Oberdorla. Die Chasallaburg befand sich nördlich der heutigen Obermühle 13 bis 18 (später Salzaer Hof) und auf südlicher Seite in Höhe Obermühle 7 (später Anröder Hof). Daher der heutige Straßenname „Kesselburg“. Auch der Hagen, der als Wall und Verteidigungsanlage diente, wurde erweitert und erhielt dadurch seinen heutigen Umfang.

Um eine Mühle, die heutige Obermühle, anlegen zu können, erhielt der Schildbach ein steinernes, künstliches Bett, in dem er bis zu seiner Verrohrung 1969 floss. Seitdem fließt der Schildbach größtenteils wieder exakt dort, wo sein Lauf schon vor 750 / 770 war. Unterhalb der Obermühle und von dieser durch den Mühlhagen getrennt, siedelten die Franken Krieger und/oder Hörige an, die für die Versorgung der Chasallaburg zuständig waren. Dieser Bestandteil der fränkischen Heerburg befand sich auf den heutigen Grundstücken Untermühle 3 bis 6.
Ältere Dörnaer Bürger bezeichneten diese Grundstücke, die größtenteils erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in ihrer heutigen Form bebaut wurden, daher als „Wehrhöfe“ und deren Eigentümer als „Wehrhöfer“.

DÖRNA WÄCHST

Der nächste größere Siedlungsschub erfolgte erst im 16. Jahrhundert mit der Wüstwerdung der Dörfer Nitzigerode, Tutterode und Tiefental. Diese Siedler waren sehr willkommen, da so nicht nur die gesamte Tiefentaler Feldflur, sondern auch dessen Waldanteile an Dörna fielen. Davon zeugen die bis zur Gegenwart in Dörna vorhandenen Tiefentaler Waldanteile und die Feier der „Tiefentaler Holzkirmes“.
Durch diese Zuzüge und das allgemeine Anwachsen der Dorfbevölkerung wurde nun der vorhandene Siedlungsraum knapp und eine Lösung musste gefunden werden. So wurde 1562 der sehr große Dörnaer Pfarrhof aufgesiedelt. Dieser umfasste die heutigen Grundstücke Brückentor 24 - 28, damals „Im Schlag“, das Grundstück „An der Kesselburg 1“, sowie den heutigen Garten der Familie Dauphin. Für ca. 200 Jahre ruhte damit die Siedlungsgeschichte Dörnas, denn die Grundstücke auf der Westseite von Brückentor und Eselspforte, heute Obermühle 26 und Obermühle 27, konnten erst bebaut werden, nachdem der Hagen Ende des 18. Jahrhunderts seine militärische Schutzfunktion verloren hatte und Teile davon abgeholzt, eingeebnet und zur Bebauung freigegeben wurden.

Auch die ehemaligen Hirtenhäuser mit angebautem Spritzenhaus, das bis Ende der 70er Jahr als Gerätehaus der Feuerwehr genutzt wurde sowie der um 1972/73 abgebrannte Gemeindeschafstall, entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts.

Von Tippenmarkt und Henkersgasse

- Straßennamen und ihre Bedeutung - 

DAS OBERDORF

Das Dörnaer Straßensystem in seiner heutigen Form war bereits im 16. Jahrhundert erkennbar. Der Siedlungsteil, bestehend aus Anger, Heiligengasse, Kirchberg, Feld- und Brückentor, Große(r) und Kleine(r) Gasse sowie Im Schlag, wurde als Oberdorf bezeichnet.

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Auf dem ANGER fanden alle Dorf- bzw. Gemeinde-versammlungen statt und hier wurden auch alle Dorffeste gefeiert. Ab 1907 diente er auch als Pausenhof der neuen Schule. An seiner Westseite befindet sich das 1605 in seiner heutigen Form neu erbaute Pfarrhaus.

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Auch die HEILIGENGASSE gehörte schon damals zum Dörnaer Straßensystem. Ihr Name ist wohl ihrem Verlauf direkt unterhalb der Kirche und der Erinnerung an das alte germanische Heiligtum auf dem Kirchberg geschuldet.

Der KIRCHBERG bezeichnet das Gebiet unmittelbar unterhalb der Kirche.
Das FELDTOR, ein Hohlweg der gleichzeitig als Vorgraben der Westseite der Dörnaer Kirchburg diente, führte durch das befestigte Feldtor über den heutigen Wirtschaftsweg zur Dörnaer Warte und weiter ins Eichsfeld. 

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GROSSE GASSE und KLEINE GASSE haben ihre Namen vermutlich durch die unterschiedlichen Steigungen, die in ihrem Verlauf zu bewältigen sind.
Der Straßenname BRÜCKENTOR ist auf das befestigte Brückentor zurückzuführen, an dem eine Brücke das dort fließende Bauchborngewässer überspannte. Die heutige Gewölbebrücke, die an dieser Stelle über den Dammgraben führt, wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Die Straße darüber führt noch heute vom Brückentor aus in Richtung Tiefental und Eigenrieden.
Die kleine Straße IM SCHLAG erhielt ihren Namen durch einen Durchbruch im Hagen, der mit einem Schlagbaum, früher: „Schlag“, gesichert war und den Zugang zur Feldflur und dem Dörnaer Wald in Richtung Struth ermöglichte.

DAS MITTELDORF

Mitteldorf nannte man den Siedlungsteil unterhalb der ehemaligen Gemeindeschenke, wo Große und Kleine Gasse aufeinandertreffen bis zur Einmündung der Kesselburg. Zum Mitteldorf gehörten neben der zentralen Dorfstraße die Kesselburg, der Tippenmarkt und die Henkersgasse.

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Der TIPPENMARKT war ein gepflasterter Marktplatz, der zwischen dem ehemaligen künstlichen Lauf des Schildbachs und den heutigen Grundstücken Tippenmarkt 13 und Tippenmarkt 14 lag. Hier wurden in der Vergangenheit Märkte mit Steingut und irdenem Geschirr, sogenannten Tippen, abgehalten.

Die HENKERSGASSE beginnt unmittelbar unterhalb des Kleinen Borns und führt zunächst zwischen den heutigen Grundstücken Tippenmarkt 3 und Im Schlag 8 in Richtung Schmiedshagen und Damm, um dann nach einer Rechtsbiegung neben dem heutigen Grundstück Brückentor 5 zu enden. Da die Henkersgasse zumindest in Teilen über das Bauchbornwasser führt, war der Bach an diesen Stellen mit starken Eichenbohlen in schmiedeeisernen Halterungen überdeckt, um ein Befahren mit Gespannen zu ermöglichen.

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Daher der Name „Hängende Gasse“, aus dem mit der Zeit „Henkersgasse“ wurde. Mit einem Henker oder mit Hinrichtungen hat der Straßenname also nichts zu tun, zumal in Dörna kein Grundherr residierte, der den Blutbann ausüben konnte.

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Der Name KESSELBURG leitet sich sehr wahrscheinlich von der gegenüber- und nebenliegenden Chasallaburg, der ehemaligen Grenzsicherung der Franken, ab.

DAS UNTERDORF

Den Siedlungsabschnitt unterhalb der Einmündung der Kesselburg nannte man Unterdorf. Dieser umfasste neben der zentralen Dorfstraße, welche am damaligen Mühlhagen endete, noch die gegenüber der Obermühle gelegene Eselspforte.

Nach der sehr viel später erfolgten Bebauung des Dorfteiles zwischen Ober- und Untermühle zählen auch Rasen und Grüne Gasse zum Unterdorf. 
Die ESELSPFORTE bezeichnete einen kleineren Durchbruch des Hagens, durch den der Obermüller, mittels der bekannten Grautiere, sein Mahlgut zu seinen Kunden transportieren konnte.

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Der Straßenzug AM RASEN wird so genannt weil er, genau wie der Ehspann, als dorfnahe Weide genutzt wurde. Diese Nutzung endete erst mit der einsetzenden Bebauung.

Die GRÜNE GASSE führte früher einmal `ins Grüne`, beispielsweise zum Steinberg und zum Roten Berg, die ebenfalls als Weideland genutzt wurden. Diesen Namen behielt sie auch, nachdem der Dammgraben (1866-1870) und die Landstraße nach Bickenriede (1852) gebaut waren. 

DER HAGEN

Das Dörnaer Straßensystem in seiner heutigen Form war bereits im 16. Jahrhundert erkennbar. Der Siedlungsteil, bestehend aus Anger, Heiligengasse, Kirchberg, Feld- und Brückentor, Große(r) und Kleine(r) Gasse sowie Im Schlag, wurde als Oberdorf bezeichnet.

Der gesamte Ort Dörna wurde vom Hagen, einer Verteidigungsanlage, umschlossen. Der damalige Hagen bestand aus einem Vorgraben und einem mit Dornsträuchern (Knickverhau) besetztem Erdwall sowie zwei befestigten Dorftoren. Solche Dornsträucher brachten Dörna seinen Namen, denn Thurnithi und später Dornhede bedeutet nichts anderes als „Dorniges“. Verstärkt wurde diese Verteidigungs-anlage durch die teilweise mit Vor-graben, Erdwall mit Kronenmauer, Kirchtorturmhaus und Wehrturm gesicherte Dörnaer Kirchenburg. Nach Westen, Norden und Kirchhagen wurde Dörna durch den Pfarrhagen gesichert, nach Osten durch den Mühlhagen und nach Süden durch den Schmiedshagen. 

Mobirise

Als zusätzliche Sicherung erfolgte eine Verlängerung des Schmiedshagens in Richtung der heutigen Eigenrieder Straße, dem sogenannten Hahnshagen. Ebenfalls eine zusätzliche Sicherung der Dörnaer Gemarkung war im Westen und Norden der Mühlhäuser Landgraben. 

Die Besiedlung unterhalb des Mühlhagens erfolgte, wie am Bespiel der ehemaligen Wehrhöfe, erst im 19. Jahrhundert. Auch die Wohnhäuser in der Grünen Gasse und Am Rasen wurden erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert gebaut. Die Siedlungshäuser „Am Rasen“ 2 – 7 und Untermühle 13 – 15 wurden in den letzten Jahren der Weimarer Republik errichtet. Das Dörnaer Neubaugebiet an den heutigen Straßen Untermühle 9 – 11, Höhlenweg und Rödchensweg wurde in den 80er und 90er Jahren gebaut. Eine Ausnahme hierbei bilden die Grundstücke des Gasthofes „Zum Schildbach“ und der Untermühle. Diese wurden ursprünglich als ein Grundstück bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bebaut, waren über viele Jahre im Besitz einer Familie Balmer und sind zum Teil über die Nachkommen noch immer im Familienbesitz.

Dörnaer

- berühmt, berüchtigt - 

JOHANN FRIEDRICH WENDER

Ein weiterer berühmter Dörnaer ist der 1650 in Dörna geborene und am 06.12.1650 in der hiesigen Sankt Georg Kirche getaufte Johann Friedrich Wender. Nach seiner Ausbildung zum Orgelbauer gründete er in Mühlhausen eine Orgelbauwerkstatt. Aus dieser stammen nicht nur Orgeln für Mühlhausen und Umgebung, Wender baute auch Orgeln in weiter entfernten Gegenden Deutschlands, so zum Beispiel für die Stadtkirche in Weimar, 1714 für die Kirche „Sankt Severi“ in Erfurt oder danach von 1714 – 1716 für den Dom in Merseburg.  Am 12. Juni 1729 starb Johann Friedrich Wender und wurde auf dem 


Kirchhof der Marienkirche Mühlhausen beigesetzt. In den Jahren 1734 bis 1736 baute sein Sohn, Christian Friedrich Wender, nach einem Entwurf seines Vaters von 1703, die Orgel von Sankt Marien in Mühlhausen. Von ihm stammt ebenfalls die Orgel der Mühlhäuser Mädchenschule, einst das Brückenkloster. Auf dieser Orgel, die später in die Allerheiligenkirche in Mühlhausen kam, spielte Johann Sebastian Bach. Nach jahrelanger und umfangreicher Rekonstruktion erklingt dieses Meisterstück der Orgelbaukunst heute in der Sankt Georg Kirche in Dörna.

HEINRICH VON DÖRNA

Als erster berühmter Dörnaer ist, sieht man einmal von der Familie von Salza ab, der bis 1302 das Dorf Dörna gehörte, Heinrich von Dörna zu nennen.
Um 1410 wurde Heinrich von Dörna geboren. Er leitete seinen Namen entweder von seinem Geburtsort Dörna ab, oder er entstammte dem Reichsministerialen Geschlecht „de Dornde“, welches in Mühlhausen angesessen war. Nach der Sitte der Zeit latinisierte er später seinen Namen und nannte sich Henrico de Spineto. Nach Besuch der Gymnasien in Mühlhausen und Heiligenstadt studierte er 1432 an der Leipziger Universität und erwarb 1435 den Doktorgrad. Im Jahre 1442 ließ er sich an der Universität Erfurt immatrikulieren und zog zwei Jahre später zusammen mit Studenten nach Prag um an der Karlsuniversität zu lehren. Der Eintrag im Prager Dekanatsbuch lautet jedoch „Henricus de Spineto de Molhusn“ baccalarius Lipcensis.


 In Prag wurde er 1445 zu den Magisterprüfungen zugelassen. Bereits im folgenden Jahre wurde Heinrich von Dörna zum Dekan der artistischen (freie Künste) Fakultät in Prag gewählt. Die letzte Eintragung im Dekanatsbuch der Universität Prag, die sich auf Heinrich von Dörna bezieht, stammt von 1447. 

Heinrich von Dörna kehrte nach Mühlhausen zurück. Trotz seiner Bedeutung als Gelehrter erhielt er in Mühlhausen nur einige unbedeutende Vikarien an der Wallfahrtskirche St. Johannes. Diese Kirche stand gegenüber dem Blobach an dem Platz, an dem später die Reitbahn erbaut wurde. Es ist möglich, dass Heinrich von Dörna nach seinem Tod in dieser Kirche bestattet wurde oder aber auf dem angrenzenden kleinen Johanneskirchhof. Übrigens zeigte das persönliche Siegel des Heinrich von Dörna – genau wie das Dörnaer Gemeindesiegel - Dornenzweige.

DIE SÖHNE DES HANSS DAUPHIN VON DÖRNA

Im Jahre 1703 zog ein Johannes Dauphin aus hugenottischer Familie, genannt „Hanss Dauphin von Dörna“, mit seiner Ehefrau Engel Margaretha und seinen Kindern von Dörna nach Mühlhausen. 1709 starb Hanss Dauphin von Dörna und wurde am 28. März des Jahres auf dem Kirchhof von Sankt Nikolai bestattet. Nur zwei Jahre später verstarb auch seine Frau Engel Margaretha, die auf demselben Friedhof beigesetzt wurde. Berühmt werden sollten jedoch die beiden Söhne dieser Ehe - der 1670 geborene Johann Eberhard Dauphin und sein zwölf Jahre jüngerer Bruder Johann Christian Dauphin. Beide Brüder erlernten in zeitlichem Abstand bei dem aus Dörna stammendem berühmten Orgelbauer Johann Friedrich Wender das Handwerk des Orgelmachers. 

GEORG ATZRODT

1835 als Sohn eines zugewanderten Hufschmiedes in Dörna geboren und in der Sankt Georg Kirche getauft, erlangte er traurige Berühmtheit als Komplize J.W. Booths, des Mörders des USA- Präsidenten Abraham Lincoln.

Im Alter von acht Jahren wanderte Atzrodt in Obhut seines Patenonkels Georg Andreas Stude, und seines älteren Bruders Johann Atzrodt illegal in die USA aus. Stude hatte als Musiker bereits in Paris gearbeitet und sollte später als Theatermusiker in Washington den Schauspieler J. W. Booth kennenlernen und engen Kontakt pflegen. Zunächst ließen sich die Atzrodt-Brüder in Port Tobacco nieder. 

Johann betrieb dort eine Reparaturwerkstatt für Kutschen, in der Georg als Wagenmaler ein ärmliches Leben fristete. Im tobenden Bürgerkrieg schloss er sich den Konföderierten an und schleuste Kuriere und Spione der Südstaatler über den Pontomac River. Dem Fanatismus der Südstaatler erlegen, bot Atzrodt wenig später J. W. Booth, den er in einer Pension in Washington traf, seine uneingeschränkten Dienste bei der Verschwörung gegen die höchsten Staatsmänner der Union an. Er übernahm den Auftrag, am 14. April 1865 den Vizepräsidenten Andrew Johnson zu ermorden. Nach einem ersten Pistolenschuss, der sein Ziel verfehlte, verließ ihn der Mut weitere Schüsse abzugeben und er ergriff die Flucht.

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CARL BALMER

Das Dörnaer Straßensystem in seiner heutigen Form war bereits im 16. Jahrhundert erkennbar. Der Siedlungsteil, bestehend aus Anger, Heiligengasse, Kirchberg, Feld- und Brückentor, Große(r) und Kleine(r) Gasse sowie Im Schlag, wurde als Oberdorf bezeichnet.

Jedoch ohne Erfolg, denn kurze Zeit später wurde er aufgegriffen und vor Gericht gestellt. Am 7. Juli 1865 wurde er in Washington gehängt. 

Einem anderen Auswanderer, dessen familiäre Wurzeln ebenfalls in Dörna liegen, war es beschieden den guten Ruf Dörnas wiederherzustellen. Der Leichnam des durch J. W. Booth ermordeten Präsidenten Lincoln sollte nach Springfield überführt werden. Lincolns Witwe beauftragte den Präsidenten der damals größten Musikgesellschaft der USA, Professor Charles Balmer aus Saint Louis, dafür die Trauermusik zu komponieren. Professor Balmer galt zu der Zeit in allen US-Staaten als Künstler von höchstem Rang. Durch Auftritte mit seinen Philharmonikern finanzierte er während des Bürgerkrieges die medizinische Behandlung kranker und verwundeter Soldaten. Ein USA-Lexikon nennt ihn eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der amerikanischen Musikgeschichte. Er war bekannt als Virtuose, Komponist, Chor- und Orchesterleiter, Musikverleger und Präsident der Philharmonischen Gesellschaft der USA. Das Licht der Welt erblickte er aber in Mühlhausen, am 21. September 1817. (Bild links: Grabmal von Charles Balmer in Saint Louis USA)

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In Dörna ist die Familie Balmer in ununterbrochener Folge seit 1504 nachweisbar - jedoch entsprechend der Zeit in verschiedenen Schreibweisen (Baldemar, Balemar, Palmer, Balmar und Balmer). Der Zweig, aus dem Musikprofessor Charles Balmer stammt, wurde durch den am 20. April 1739 in Dörna getauften Johann Nicolaus Palmar gegründet, der später nach Mühlhausen verzog.

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 1010 Jahre Geschichtliches

- ereignisreich und manchmal zum Staunen - 

EISENSCHMELZER UND DIE "WILDE KERKE"

Die meisten Orte existieren schon geraume Zeit, ehe sie urkundlich erwähnt werden. Dies trifft auch auf Dörna zu. Als am 4. März 1004 der deutsche König und spätere Kaiser Heinrich II., einer der wenigen Herrscher des Mittelalters, der des Lesens und Schreibens mächtig war, eine Urkunde ausstellte, die Dörna erstmals erwähnte, war dieser Ort bereits rund 1500 Jahre alt.
Ausgrabungen in den Jahren 1962 – 1967, unter der Leitung des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens Weimar, belegten die Existenz einer Siedlung keltischer Eisenschmelzer 450 v. Chr. oberhalb des Dörnaer Stiegel, wo sich heute die Stall- und Wirtschaftsanlagen der ehemaligen LPG Dörna befinden.

Diese Siedlung, die sich nach ihrem Hauptgebiet der `Hunsrück-Eifel-Kultur´ zuordnen ließ, war sowohl mit der Bauchbornquelle, die sich damals noch rund 30 Meter unterhalb ihres jetzigen Standortes befand, als auch mit dem heutigen Kirchberg durch einen gepflasterten Weg verbunden. Die Kelten prägten die Bezeichnung „kalbir“ für die Anhöhe, die Kälberberg genannt wird.

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Gewiss befand sich schon damals auf dem Dörnaer Kirchberg entweder ein keltisches Lokalheiligtum oder der befestigte Sitz eines örtlichen Häuptlings. Diese Tatsache hat sich im Bewusstsein der Dörnaer, in der Erzählung von der „Wilden Kerke“ auf dem Kirchberg erhalten. Dass es davor auch schon eine befestigte Keltenburg auf dem Kirchberg gab, ließ sich durch weitere Ausgrabungen beweisen.
Da bei den erwähnten Ausgrabungen keltisches und germanisches Fundgut im gleichen Fundhorizont auftrat, kann eine durchgehende Besiedlung angenommen werden. Überdies wurden auch Scherben aus dem 3./4. Jahrhundert vor Chr. sowie wider Erwarten einige römische Artefakte gefunden, obwohl in Dörna keine Römer siedelten.

 Es bestanden auch Kontakte zum Harzgebiet. Ein in der Bauchbornsiedlung ausgegrabener Eisenschmelzofen war mit Quarzit als Schutz gegen die erzeugte Hitze ausgekleidet, der nur im Harz vorkommt. In einem verheerenden Hochwasser ging diese Siedlung um 110 / 120 n. Chr. unter.
Sie bestand bis dahin rund 570 Jahre.
Überhaupt hat Dörna im Laufe seiner Geschichte immer wieder unter Hochwassern und anderen Naturkatastrophen gelitten, darunter die Thüringer Sintflut am 29. Mai 1613, bei der 16 Dörnaer ums Leben kamen. Aber auch von Erdbeben und starken Unwettern blieb der Ort nicht verschont. Das Hochwasser von 110 / 120 n. Chr. war also nicht das Ende der Siedlungsgeschichte Dörnas. Alles was brauchbar erschien, wurde geborgen und eine Neuansiedlung am hochwassergeschützten Kirchberg gewagt. So entstand „Ur-Dörna“ unterhalb des heutigen Kirchbergs, zwischen Feldtor und dem Roten Haus bzw. der Kesselburg fränkischer Wehrleute.

Das Christentum

- eine schwierige Bekehrung - 

Ob es in Alt-Dörna zur Zeit des Thüringer Königreiches (bis 531 n. Chr.) bereits Christen gab, lässt sich nicht mehr eruieren. Hat es zu dieser Zeit in Dörna Christen gegeben, so waren es sicherlich nur einige wenige Angehörige der dörflichen Oberschicht, die dem Arianismus angehörten. Denn alle Stämme der Germanen, außer den Franken, übernahmen das arianische Christentum. Diese theologische Lehre mit der Aussage, Jesus Christus sei Gottvater ähnlich, aber nicht Gott gleich und der Heilige Geist sei beiden untertan, kam den religiösen Vorstellungen der Germanen, die in ihrem alten Glauben viele Götter kannten, näher als das Dogma der heiligen Dreieinigkeit des römisch-katholischen Christentums. 

Die endgültige Christianisierung dieser Gegend erfolgte unter fränkischer Oberhoheit erst im 8. Jahrhundert. Aber bereits im 8. oder 9. Jahrhundert wurde in Dörna, auf dem heutigen Kirchhof einer ehemaligen germanischen Fluchtburg, welche auch ein lokales, wahrscheinlich dem Gott Wodan geweihtes Heiligtum beherbergt hatte, eine christliche Kirche oder Kapelle errichtet. Im 9. Jahrhundert wurden die Kirchweihfeiern (Kirmes) in Dörna eingeführt. Trotzdem hatte der neue christliche Glauben noch lange gegen starke Widerstände seitens der alteingesessenen Bevölkerung und gegen alte heidnische Traditionen anzukämpfen. So setzte der Wille der Bevölkerung den Bau der ersten Kirche an der Stelle durch, an dem das alte germanische Heiligtum gestanden hatte. Ursprünglich hatte der Patronatsherr den Bau der ersten Kirche auf dem Schildchen geplant, wo in späterer Zeit die Gemeindeschenke und die Bäckerei entstanden. Auf diesen Widerstand beim Bau der ersten Kirche gründet die Sage von den wandernden Steinen zu Dörna.

Die erste Kirche wurde Sankt Petrus geweiht. Da dieser Heilige aber der einheimischen Bevölkerung fremd und aufgezwungen war, wurde nach zähem Widerstand seitens des Dorfes eine Neuweihe zu Gunsten des heiligen Sankt Georg durchgesetzt. Dieser Heilige, der Ritter Sankt Georg, der Drachentöter, stand dem Volksglauben des Dorfes näher, denn er erinnerte an den alten Gott Wodan. Auch der alte heidnische Brauch des Schossmeierumtriebes hielt sich in Dörna bis 1743.

Ob Dörna sofort nach der Errichtung einer Kirche einen eigenen Pfarrer bekam, oder ob das Dorf vom Burgkaplan der Chasallaburg betreut wurde, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Die zwischen 750 und 775 gegründete fränkische Siedlung Hollenbach war von Anfang an ein Filial der Dörnaer Pfarrei.

Während der Zeit des Bauernkrieges und der Reformation blieb Dörna relativ lange dem katholischen Glauben treu. Viele Dörfer des Eichsfeldes waren schon lange vor Dörna reformiert und die meisten Gerichtsdörfer des Adels blieben es auch nach der Gegenreformation. Selbst die Äbtissin des Klosters Anrode, Anna von Hanstein, hatte 1565 einen evangelischen Klosterkaplan eingesetzt.
Erst am 4. Mai 1564 wurde Dörna als vorletztes Dorf im Gebiet der Freien Reichstadt Mühlhausen, reformiert. Der letzte katholische Dörnaer Pfarrer, Thomas Steffen, nahm die Reformation durch den evangelischen Superintendenten Hieronymus Tilesius an und blieb so im Amt.

Vor der Reformation taten vier namentlich genannte Pfarrer Dienst in Dörna, danach waren insgesamt 31 evangelische Pfarrer in der Gemeinde im Amt. Mit der Amtseinführung von Pfarrer Armin Kordak als neuen Pfarrer für Dörna, endete am 10.02.2013 die rund 900jährige Selbständigkeit Dörnas als eigene Mutterpfarrei. Eine Pfarrei, zu der von Anfang an Hollenbach und von 1956 bis 1986 Lengefeld, sowie ab 1999 für mehrere Jahre Eigenrieden als Filialgemeinde angehört haben.

Der Kirchenrat

- Respekt! Respekt! - 

Die Frauen und Männer des Kirchenrates leisten eine Arbeit, die während des gesamten Jahres und an vielen Stellen sichtbar ist. Kirchendienst, Altargestaltung, Erntekrone und Adventskranz machen sich nicht von allein. Mit der politischen Wende sind Verantwortlichkeiten und Einfluss dieses Gremiums für jeden deutlich erkennbar. Die umfangreichen Sanierungen innerhalb und außerhalb der Kirche belegen das. Ein schönes Kalksteinpflaster zieht die Blicke auf sich. Die neue alte Orgel ist seit 2001 wieder zu hören. Ein Erlebnis, für das der eigens dafür gegründete „Förderverein“ 10 Jahre großartige Arbeit geleistet hat, um die Finanzierung des Projektes `Kleine Bachorgel` zu sichern.

Dachreparatur, Restaurierung der Glocken und der Schalllöcher, Instandsetzung des Glockenstuhles und viele weniger spektakuläre Aktionen werden wohl noch von sehr viel späteren Generationen bestaunt werden.

Auch die gute Zusammenarbeit mit den Eltern, Erzieherinnen und Kindern des evangelischen Kindergartens Dörnas trägt Früchte.

Ev. Kindergarten

- solch ein Gewimmel - 

Es war Pfarrer Blum, dem bei einer Generalkirchenvisitation am 18. Mai 1931 in Dörna eine besondere Anerkennung zu teil wurde. Im Mühlhäuser Anzeiger vom 19. Mai 1931 wird bekannt gemacht: „Eine besondere Anerkennung fand…der Kindergarten, der seine Pforten nun im zweiten Jahre für das Sommerhalbjahr geöffnet hat“ und… „dass sich der Gründer des Kindergartens, Pfarrer Blum, mit dieser Einrichtung ganz besonders verdient gemacht hat.“ Der Kindergarten, wie er zu dieser Zeit geführt wurde, mit vielen Provisorien, war der Beginn eines Weges mit Unebenheiten und Stolpersteinchen. Von einer „Kleinkinder-Bewahranstalt“, einem „Erntekindergarten“, dem eine Fast-Verstaatlichung und Schließung drohte, wurde er zu dem, was er heute ist. 

Erzieherinnen sorgen liebevoll für die fröhliche kleine Schar und schaffen gemeinsam mit den Eltern, dem Kirchenrat und den Vereinen im Ort, fast ideale Bedingungen für die Zeit des Aufenthaltes der Kinder. Allen ist dabei klar: Dieser Kindergarten gehört zu Dörna, wie die alten Bäume zum Hagen.

 Landwirtschaft

- Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, LPG - 

Es ist historisch nicht nachweisbar, wann die Landwirtschaft die Eisenverhüttung in Alt-Dörna ablöste und zum Haupterwerbszweig des Dorfes wurde. Die dazu nutzbare Gemarkung lag zunächst unmittelbar um die jeweilige Siedlung (Bauchborn, Kirchberg u.a.) herum. Als die Bewohner umliegender Weiler um 350 in die heutige Ortslage Dörna zogen, kamen auch deren Fluren zu Alt-Dörna. Mit dem Bau der Chasallaburg durch die Franken (750/70) vergrößerte sich die Fläche ebenfalls. Die Franken bebauten auch die im Westen gelegenen Hänge. Der damals fruchtbare Lössboden wurde erst in den folgenden Jahrhunderten durch Erosion, Starkregen u .ä. abgetragen und zum Teil an den heutigen Flurstücken Weilange und Biege wieder abgelagert. Den größten Zuwachs erfuhr die Dörnaer Gemarkung anfangs des 16. Jahrhunderts mit dem Zuzug der Bewohner der heutigen Wüstung Tiefental, die ihren gesamten Land- und Waldbesitz mit nach Dörna brachten. Die letzte nennenswerte Erweiterung der Dörnaer Gemarkung erfolgte 1592, als Dörna einen größeren Anteil am sogenannten Eichelland zugesprochen bekam, auf das bisher das Kloster Anrode, mit Hilfe gefälschter Urkunden, Anspruch erhob. 

Ursprünglich war das Dörnaer Nutzland Allmende, d.h. Allgemeingut. Eine Ausnahme war das durch die Franken urbar gemachte Land, denn es stand unter Königsbann und bildete den Grundstock für späteres Privatland (Vergabe an Lehensträger u. ä.). Von der Zweifelderwirtschaft ging man später unter dem Einfluss der Franken zur Dreifelderwirtschaft über. Bis zur Separation der Feldflur (In Dörna 1863-1870) herrschte in allen Orten Gewannzwang, d.h. Anbau, Aussaat- und Erntetätigkeiten waren für alle Bauern festgelegt. Mit der Separation wurden jedem Gehöft private Feldanteile zugeteilt.
Da die mit der Separation verbundenen Maßnahmen nicht immer im Sinne der Dörnaer getroffen wurden, schoss man 1863 kurzerhand auf den Bürgermeister - zum Glück ohne ihn zu verletzen oder gar zu töten.

Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, LPG

In einer Statistik von 1954 wurden, den Abgabekennziffern (Soll) zufolge, 89 Landwirtschaftsbetriebe in Dörna geführt. Sicher wurden auch die Nebenerwerbsbetriebe mitgezählt. Diesen 89 Betrieben stand an Eigenland flächenmäßig zur Verfügung:

Betriebe mit mehr als
20ha = keine                         
mit 2 bis  5ha =  34
mit 15 bis 20ha =  8                                     
mit 1 bis  2ha  = 12
mit 10 bis 15ha =  10
unter 1ha = 1
mit 5 bis 10ha =  24

Eine gewinnbringende Bewirtschaftung der meisten Betriebe war bei dieser Strukturierung kaum oder nicht möglich. Bereits 1952 schlossen sich deshalb Bauern mit ihren Betrieben freiwillig zu einer ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Vereinte Kraft“ zusammen. Eine gemeinschaftliche Gestaltung erwies sich als schwierig. Einige Mitglieder traten deshalb auch aus. Die Genossenschaft blieb bestehen.
1960 erfolgte der erneute und dieses Mal zwangsweise Zusammenschluss. In Dörna gründeten sich:

eine LPG Typ III, die den Namen „Vereinte Kraft“ fortführte,
eine LPG Typ II , „Am Kälberberg“ und
eine LPG Typ I, „Am Schildbach“.

Alle drei LPG existierten bis nach 1966 nebeneinander und schlossen sich erst dann zusammen.
Später wurden sie spezialisiert und gemeinsam mit Hollenbach bzw. Lengefeld als kooperative Abteilungen Pflanzen- und Tierproduktion weitergeführt. Bewirtschaftet wurde auch die Feldflur der Volkseigenen Güter Sambach, Pfafferode und Anrode.
In dieser Zeit ist das Aussehen Dörnas so auffällig verändert worden, wie nie vorher. Der Schildbach wurde verrohrt und unter die neugepflasterte Straße verbannt. Großzügige Grünflächen wurden rechts und links der Straße angelegt und schmückten den Ort. Im Unterdorf baute man den ersten öffentlichen Spielplatz und die Bushaltestellen bekamen Wartehäuschen. Sogar ein Springbrunnen sprudelte kurze Zeit vor der Obermühle.
Eine befestigte Umgehungsstraße wurde hinter dem Kirchhagen angelegt und sollte den großen landwirtschaftlichen Fahrzeugen den Weg durch das Dorf ersparen.

Schlachtfest

- immer im Winter - 

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Wichtig für die Winterbevorratung mit haltbaren Lebensmitteln war für die Bevölkerung die Hausschlachtung. Auf jedem Gehöft wurde jährlich mindestens ein Schwein geschlachtet, oftmals auch mehrere, ebenso Rinder und Ziegen. Zum Schlachten lud man ein, und auch wenn frisches Schlachteessen“ alle kräftig zulangen ließ, war es doch ein Tag voller Arbeit. Wenn die Kinder nicht auf der Hut waren, wurde ihnen ein „Schlenkerwürstchen“, ein kleines Blutwürstchen, mit einem „Blutbart angemessen“. Aber nicht alle Schlachter pflegten diese, für manches Kind äußerst gruselige Tradition.
Später hingen in den Räucherkammern Stracke, Blut- und Leberwürste und der rauchig-würzige Geruch durchzog die Häuser. Und diese Köstlichkeiten hatten ihre Zeit im Jahr: Zu Weihnachten aß man die ersten frisch Geräucherten und der Magen, eine Blutwurst, gefüllt mit Schweinezunge und Gehacktem, kam zur Erntezeit auf den Tisch. 

Für die Frauen bedeutete die Schlachtzeit noch Tage später, mit der Haltbarmachung der verschiedenen Fleischteile, viel zusätzliche Arbeit. Die Schlachtungen wurden durch Hausschlachter durchgeführt. In Erinnerung sind besonders den älteren Dörnaern folgende: Waldemar Fromm, Berthold Luhn, Paul Spannaus, Otto Dauphin, Willi Lattermann, Albin Martin, Waldemar Albrecht, Paul Luhn, Willi Heise, Walter Göpel und Erwin Ahlborn.
Fortgeführt wird diese Tradition heute noch von Ralf Ahlborn, Ronald Koch und Jörg Dauphin. 

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Dörnaer Wald

- bemerkenswert - 

Der Dörnaer Wald bot, etwa bei Missernten, einen gewissen materiellen Rückhalt für Dörna. Schon aus dem Jahr 1573 liegen, sowohl für die Waldgenossenschaft Dörna-Oberholz als auch für die Tiefentaler Waldgenossenschaft, Holzordnungen vor.

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Mit Genehmigung des Rates der Stadt Mühlhausen wurde eine „Ordnung der Hut und Weide, sowie des Gehölzes“ des Dorfes Dörna erstellt. Die wichtigste Bestimmung daraus war: 

„Es ist dadurch auch angeordnet, dass eine Abtrennung der Holzgerechtigkeiten von den Höfen und der Länderei, wozu sie gelegt werden, nicht zulässig….“ ist.
Diese und weitere Bestimmungen der Holzordnung wurden im Verlauf der Jahre ergänzt oder geändert.

Die größte Fläche des Dörnaer Waldes wurde schon vor ewigen Zeiten als Plenterwald bewirtschaftet. Der wegen seines auserlesenen Edelholzbestandes weit über die Flurgrenzen Dörnas hinaus bekannte Wald wurde schon von vielen in- und ausländischen Forstschuldelegationen besichtigt und bestaunt. Den Plenterwald definiert der Fachmann als eine Waldfläche, auf der ungleichaltrige Bäume stehen, die auf „den stärksten Stamm“ geerntet werden. Noch nie war also jemand auf die Idee gekommen, den Wald aufzuforsten oder gar “anzulegen“, auch heute nicht. Der Baumbestand zeigt einen überwiegenden Laubholzanteil, in dem auch solche Raritäten wie Elsbeere, Hainbuche, Ulme und Kirsche zu finden sind.
Die sich ihrer Tradition bewusste Waldgenossenschaft hat als Anerkennung ihrer Arbeit den Rechtsstatus „Altrechtliche Waldgenossenschaft“ erlangt und wurde 2006 mit der „Ehrenurkunde für besondere Leistungen bei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung“ ausgezeichnet. Der langjährige damalige Vorsitzende Manfred Vogler nahm die Auszeichnung von Dr. Volker Sklenar, dem damaligen Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, in Erfurt entgegen. 

ES EHRT UNSERE ZEIT, DASS SIE GENÜGEND MUT AUFBRINGT, ANGST VOR DEM KRIEG ZU HABEN. (Albert Camus)

 Zeitzeugen berichten

- mahnende Erinnerung - 

Über Ereignisse in Dörna im April 1945. 
Für den Gottesdienst am Mittwoch, 8. Mai 1985 

 Aufgeschrieben von Elisabeth Forst und Berta Lattermann im April 1985 
Wir schrieben das Jahr 1939. Beim Anschießen zum jährlichen traditionellen Schützenfest fielen das erste Mal die Worte „Es gibt Krieg“. Die Älteren waren tief besorgt und sehr betroffen von dieser Nachricht. Wir, damals noch Jugendliche, konnten uns darunter nicht viel vorstellen, doch die besorgten Gesichter stehen mir heute noch vor Augen, und das ist jetzt 46 Jahre her. Am 1. September 1939 erklärte Deutschland Polen den Krieg und es gab viele Tränen schon von Frauen und Müttern. Bald schon kamen erste Nachrichten von gefallenen Soldaten ins Dorf. Im Frühjahr 1945, als der Krieg längst entschieden war, kam das auslaufende Kriegsgeschehen immer näher auf uns zu.
Am 15. Februar stürzte ein amerikanisches Flugzeug in der Flur zwischen Dörna und Lengefeld ab. Der Pilot wurde gefangen genommen. Einige Einwohner wollten ihn auf der Stelle erschießen. Durch den Einsatz vernünftiger Bürger des Dorfes kam es, Gott sei Dank, nicht dazu.
Anfang April wurde unser Dorf von Tieffliegern beschossen. Die Front kam immer näher auf uns zu. Am Ostersonntag kam die Feldgendarmerie, ein besonderer Trupp deutscher Soldaten, ins Dorf. Sie führten einen desertierten deutschen Soldaten mit sich, den sie zunächst im Keller des Hauses Nummer 73 einsperrten, um ihn dann am 2. Ostertag im Hagen unweit der Kirche zu erschießen. Er wurde dort auch zunächst verscharrt. Gleich darauf zogen sich diese Feldjäger vor der anrückenden Front zurück. Ihnen folgten viele deutsche Soldaten im Rückzug. Tage später rollten amerikanische Panzer auf das Dorf zu. Sie näherten sich dem Dorf von Bickenriede her. Sie richteten die Rohre auf das Dorf. Im Laufe des Tages bezog einer vor der Gemeindeschenke Posten, ein anderer in der Höhle.

Beherzte Männer hissten die weiße Fahne vom Kirchturm aus und die Glocken läuteten Alarm. Einige Panzer fuhren weiter in Richtung Lengefeld. Die Häuser Nr. 18 und Nr. 51 werden von amerikanischen Soldaten geräumt und von ihnen besetzt. Eine Sprengladung wird gelegt hinter der Scheune des Hauses Nr. 17. Sie soll vom Garten Nr. 51 aus gezündet werden. Ein beherzter Mann des Dorfes, Robert Spannaus, hackt das Zündkabel durch und verhindert damit, dass das Dorf gesprengt wird. Tags darauf eröffnen deutsche Soldaten, die fast unbemerkt ins Dorf gelangt waren, das Feuer. Dabei wird ein farbiger amerikanischer Soldat getötet; dies auf der Dorfstraße vor dem Haus Nr. 52. Die deutschen Soldaten sammeln sich im Jugendheim, dem heutigen Kindergarten, und beziehen dann am Feldtor und auf dem Sportplatz Stellung. Die Amerikaner greifen an, es kommt zu einem Gefecht, und fast alle deutschen Soldaten kommen dabei ums Leben.

Aus Angst vor der Sprengung des gesamten Dorfes waren einige Anwohner des Feldtores in den Kugelfang auf dem Schützenplatz geflüchtet und so in das Gefecht hineingeraten. Durch einen Granatsplitter verlor eine Frau dabei ein Auge. Erst als man aus dem Kugelfang mit einer Windel, von einem sieben Wochen alten Säugling stammend, anzeigen konnte, dass hier Frauen und Kinder Zuflucht gesucht hatten, hörte allmählich die Schießerei auf. Überall im Dorf kam man aus den Kellern und anderen Verstecken heraus und musste entdecken, dass das Gehöft Miel am Brückentor brannte. Im Brand erstickte der älteste Bewohner dieses Hauses. Einen Tag darauf wurden alle Einwohner des Dorfes zusammengetrieben, zunächst ins Unterdorf, nahe der heutigen Poststelle. Einer evakuierten Frau, die englisch sprechen konnte, ist es zu verdanken, dass die Amerikaner davon abließen, alle Einwohner auf der Krückenwiese zu lagern. Das Ergebnis ihres Gesprächs war: In den vier Gehöften Nr. 37 - 40 wurden alle Dörnaer untergebracht und dies über drei Tage hinweg. Nur zum Viehfüttern durfte man morgens und abends für ein bis zwei Stunden in sein eigenes Gehöft. Während dieser Tage wurden die gefallenen Deutschen auf einem Lastwagen weggefahren.

Später findet man noch zwei tote deutsche Soldaten und setzt sie auf dem Friedhof bei. Später dann auch noch den von Deutschen erschossenen Deserteur neben sie, deren Gräber bis heute von Gemeindemitgliedern gepflegt werden und deren Grabkreuze zu dem Tage heute - nach 40 Jahren also - erneuert sind.

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